Tages- und Festgeld
Wo es jetzt noch hohe Zinsen gibt

Wer sein Geld auf einem Bankkonto parken möchte, muss sich in derzeit in Bescheidenheit üben. Die Zinsen für Tages- und Festgeld haben ein neues Rekordtief erreicht. Einige Banken bieten beim Festgeld aber immer noch bis zu drei Prozent. Welche Banken im Vergleich vorne liegen und welche Laufzeiten lohnen.

FRANKFURT. Der Höhenflug der Aktienkurse lässt Anleger nervös in ihre Depots schauen: Sollen sie sich ihre jüngsten Börsengewinne sichern? Einige Bankberater raten inzwischen genau dazu. Auch wenn etwa der Deutsche Aktienindex demnächst die 6 000-Punkte-Marke knackt, wie viele Aktienanalysten erwarten, nimmt die Angst vor einer drohenden Korrektur an den Märkten mit jedem gewonnenen Dax-Punkt zu. "Es kann nicht schaden, vielleicht die Hälfte des Aktienanteils zu verkaufen und sich die Gewinne zu sichern", sagt Harald Norbisrath, Leiter Vertrieb Private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse (Fraspa).

Wer seine Gewinne frei von Risiken des Kapitalmarktes auf einem Bankkonto parken möchte, muss sich in Bescheidenheit üben. Denn die Zinsen für Tages- und Festgeld sind im September so niedrig wie nie zuvor. Anleger sollten das Kapital daher eher kurzfristig festlegen. Längere Laufzeiten bringen nur wenig mehr Rendite, außerdem ist das Risiko zu hoch, dass das Kapital niedrig verzinst festliegt, wenn die Sätze wieder anziehen.

Ökonomen rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins im kommenden Jahr wieder anhebt. "Auf keinen Fall sollten Anleger ihr Kapital länger als fünf Jahre festlegen", rät Norbisrath. Um einen akzeptablen Zinsmix zu erreichen, macht es Sinn, das Geld auf das stets verfügbares Tagesgeld und auf Festgeld aufzuteilen. Im Durchschnitt sind Tages- wie Festgeldzinsen innerhalb des vergangenen Jahres auf relativ unattraktive 1,4 Prozent und 1,47 Prozent zusammengeschmolzen, wie der Finanzdienstleister FMH unter mehr als siebzig Anbietern in Deutschland errechnet hat. Dennoch lohnt es sich, auf diesen Niedrigniveaus Konditionen zu vergleichen. Die Spannen der von FMH beobachteten Geldhäuser reichen bei Tagesgeld beispielsweise von 2,75 Prozent an der Spitze bis zu 0,2 Prozent am unteren Ende (siehe Tabellen).

Interessant ist, dass es aktuell wenige der sonst üblichen Lockvogelangebote gibt. Solche Marketingmaßnahmen mit überdurchschnittlichen Zinsen unter Nebenbedingungen hätten die meisten Institute im Moment gar nicht nötig, sagt Sigrid Herbst von FMH. Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken wurden in der Krise mit Einlagen überschwemmt, weil Anleger deren Einlagensicherungssystemen am ehesten trauten. Unter Volksbankern kursieren dem Vernehmen nach sogar Witze, dass nur noch beraten wird, wer einen Kredit braucht, Menschen mit Einlagen aber weggeschickt werden.

Die attraktivsten Tagesgeldzinsen zahlt die Direktbank der Fraspa, 1822direkt, mit 2,75 Prozent. Allerdings gibt es das Top-Angebot nur mit Einschränkungen. Der Zinssatz gilt bis zu einer Anlagesumme von 10 000 Euro und ist garantiert bis Ende November. In den Genuss kommen allerdings nur neue Kunden oder Kunden, die neues Geld zur Bank bringen. Ohne Betragsbeschränkung, aber nur für Neukunden gilt das Angebot der ING Diba von 2,5 Prozent. Die Direktbank garantiert den Zins bis zum 1. Januar. Den besten Tagesgeldzins ohne Beschränkungen zahlt die Santander Direkt Bank mit 2,25 Prozent.

Beim Festgeld über ein Jahr bekommt man in der Spitze noch drei Prozent von der indischen ICICI Bank. Allerdings sind umgerechnet die ersten 60 000 Euro über die britische Einlagensicherung abgedeckt, erst darüber hinaus greift die deutsche Einlagensicherung der Privatbanken. Den besten Zinssatz ohne Nebenbedingungen von 2,5 Prozent zahlt die türkische Isbank, die der Einlagensicherung der Privatbanken angehört.

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