Tagesgeld stabil bei maximal 3 Prozent
Banken und Sparkassen erhöhen ihre Festgeldzinsen

Zaghaft bewegen sich die Zinssätze für Festgeld wieder nach oben. Offenbar setzen Banken und Sparkassen nun langsam auf steigende Leitzinsen.

rez FRANKFURT/M. Zwar rechnen die meisten Bankvolkswirte und Investoren am Geldmarkt derzeit nicht vor dem Herbst mit einem Zinsschritt der Europäischen Zentralbank. Doch im Mai erhöhte zumindest ein Viertel der Geldhäuser die Festgeldzinsen für zwölf Monate um bis zu 0,2 %.

Die besten Festgeld-Angebote (pdf-Format)

Die besten Tagesgeld-Angebote (pdf-Format)

So zahlt etwa die niederländisch- türkische Finansbank nun 2,9 % Zinsen für Festgeld mit zwölf Monaten Laufzeit. Im April erhielten Anleger nur 2,7 %. Dagegen hat der attraktivste Anbieter, die österreichisch-türkische Deniz Bank, die Festgeldzinsen Anfang Mai leicht von 3,4 auf 3,3 Prozent verschlechtert, um „marktnähere“ Konditionen anzubieten. Dort müssen Anleger jedoch, wie bei anderen Top-Anbietern auch, mit einem reduzierten Einlagenschutz von höchstens 20 000 Euro leben. Verbraucherschützer empfehlen daher, bei diesen Banken nur bis zu dieser Summe Geld anzulegen.

Die Sätze für Tagesgeld haben sich hingegen im Mai nahezu nicht verändert. Den besten Zins bietet weiterhin die 1822 direkt mit 3 %. Das Konto kostet aber Gebühren.

Offenbar parken noch immer extrem viele Anleger große Summen auf Geldmarktkonten. Einige Banken haben daraufhin ihre Tagesgeldzinsen für höhere Volumina verringert. Die 1822 direkt zahlt 3 % nur noch bis zu 10 000 Euro, bis 50 000 Euro 2,75 %. Die Daimler-Chrysler-Bank senkte den Tagesgeldsatz ab 100 000 Euro um 0,3 Prozentpunkte auf 2 Prozent – und dieser Satz gilt dann für die gesamte Summe. Daraufhin sollten Anleger solche Staffelzinsangebote denn auch überprüfen. Meist zahlen die Banken dann nämlich für den gesamten Anlagebetrag weniger.

Über mangelnde Nachfrage können sich die Geldhäuser dennoch nicht beschweren. „Viele Geldhäuser bieten ihre guten Konditionen allerdings nur an, um Kunden zu werben“, weiß Sigrid Herbst von der FMH Finanzberatung. „Und das Konzept rechnet sich bei zu großen Volumina nicht mehr.“ Bei der Daimler-Bank versucht man daher, die hohen Zuflüsse in andere Laufzeiten zu lenken. „Die Kunden legen sich aber nur zögerlich länger fest“, sagt eine Mitarbeiterin.

Das Handelsblatt veröffentlicht regelmäßig zum Monatsende aktuelle Tages- und Festgeldzinsen.

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