Technologieindex glänzt nach Durststrecke mit hohen Gewinnen – Tendenz bei Investoren geht zu spekulativeren Werten
Anleger entdecken den TecDax neu

Der von den Anlegern lange Zeit vernachlässigte TecDax nimmt allmählich Fahrt auf. Rund 20 Prozent hat der deutsche Technologieindex in den vergangenen dreieinhalb Monaten zugelegt – und damit etwa genauso viel wie der Deutsche Aktienindex (Dax).

FRANKFURT/M. Erstmals in seiner zweieinhalbjährigen Geschichte übersprang der TecDax Anfang August die Marke von 600 Punkten, ehe es zuletzt wieder leicht bergab ging. Auch Investoren haben den Index, der noch immer im Schatten seines erfolgreichen Gegenübers für klassische Werte, des MDax, steht, wieder ins Visier genommen. „Mit Sicht auf Jahresende 2005 sollte ein Wertzuwachs um zehn Prozent durchaus möglich sein“, sagt Karl Fickel von der auf Nebenwerte spezialisierten Fondsgesellschaft Lupus Alpha.

Gründe für die Renaissance deutscher Tech-Werte gibt es viele. Zum einen ist der gewaltige Verkaufsdruck auf diese Titel, der in den Vorjahren durch Verkäufe infolge von Fondsschließungen und Depot-Bereinigungen ausgelöst wurde, inzwischen weitgehend verschwunden. Des Weiteren glänzen viele Unternehmen der Branche nach abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen mit schlanken Strukturen. Hinzu kommt in etlichen Fällen ein neues Management, das bei Anlegern als Gewähr dafür gilt, dass die neue Unternehmensstrategie auch solide weiterverfolgt wird.

Auffällig ist indes der Favoritenwechsel, der sich in den vergangenen Monaten in dem bei Investoren nach wie vor als spekulativ geltenden Segment vollzogen hat. Galten in den Vorjahren bestenfalls konservative Titel wie der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum, der Software-Spezialist IDS Scheer oder der CD- und DVD-Maschinenbauer Singulus als attraktives Investment, so zählen heute Biotech-Werte wie GPC Biotech, Medigene oder Morphosys, das Halbleiter-Unternehmen Elmos Semiconductor und Kontron, ein Hersteller für integrierte Kleincomputer, zu den Favoriten der Analysten.

Paradebeispiel ist dabei das Münchener Biotech-Unternehmen Morphosys. Dessen Aktie galt zu Zeiten des Neuen Marktes – getrieben durch fragwürdige Expertenurteile in den Börsenmedien – als Inbegriff für Spekulantentum. Nach einem Einbruch um 98 Prozent innerhalb von zwei Jahren und der Neuausrichtung schreibt der Hersteller und Entwickler von humanen Antikörpern seit dem vergangenen Jahr schwarze Zahlen. Mit dem Kurs ging es bereits seit Anfang 2003 kontinuierlich nach oben.

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