Telekommunikation
Telekombranche steht vor Comeback

Die Situation ist kurios: Während Telekomtitel in diesem Jahr in Europa wieder einmal die größte Enttäuschung unter allen Branchen darstellten, sind sie in den USA gefragt wie lange nicht mehr.

FRANKFURT. Die Aktien diesseits des Atlantiks verbuchten im ersten Halbjahr ein Minus von 2,5 Prozent, die US-Titel notierten 9,5 Prozent im Plus. Doch die europäischen Papiere könnten bald aufholen, sagen Experten.

Alfred Roelli, Aktien-Chefstratege bei der Schweizer Privatbank Pictet, sieht den Grund für den Aufschwung der US-Titel in den zahlreichen Fusionen und Übernahmen, die im ersten Halbjahr dort über die Bühne gingen. Insbesondere die Übernahme von MCI/Worldcom durch Verizon hat dazu beigetragen. Gerüchte über mögliche Megafusionen machten zwar auch in Europa die Runde, sie entpuppten sich wie im Fall der möglichen Übernahme der britischen BT Group durch die Deutsche Telekom im Mai jedoch als völlig haltlos. „Die Fundamentaldaten für den Sektor sind in den USA wie in Europa unter Druck“, sagt Roelli.

Wegen der noch immer äußerst günstigen Bewertung sehen viele Analysten aber gerade bei den europäischen Titeln deutliches Aufholpotenzial. Unter den 50 Aktien im europäischen Musterportfolio der US-Investmentbank Morgan Stanley finden sich derzeit mit France Télécom, der griechischen OTE, der spanischen Telefonica, der norwegischen Telenor und dem britischen Mobilfunkriesen Vodafone gleich fünf Telekomwerte. Der Ansatz dabei ist bunt gemischt: Marktführern mit niedriger Bewertung und hohen Wachstumschancen stehen dabei Werte aus kleineren Ländern gegenüber. Für Kurspotenzial soll dort der Nachholbedarf des Telekommarkts im Vergleich zu Europas führenden Industrienationen sorgen.

Dennoch: Ein einheitliches Bild zur Entwicklung der Telekomaktien oder gar klare Favoriten gibt es unter Analysten derzeit nicht. France Télécom, die bei Morgan Stanley noch auf der Empfehlungsliste stehen, wurden bei Dresdner Kleinwort gerade erst von „kaufen“ auf „halten“ zurückgestuft, wobei Analyst John Davies auch sein Kursziel von 29 Euro auf 17 Euro drastisch reduzierte. „Der Aktienkurs büßt für ein enttäuschendes Gewinnwachstum, mangelndes Vertrauen gegenüber dem Management und den aggressiven Wettbewerb“, sagt er.

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