Termingeld wird attraktiver
Festgeldzinsen steigen

Tages- und Festgeldkonten bieten immer attraktivere Möglichkeiten für die kurzfristige Geldanlage. Inzwischen zahlen die meisten der vom Finanzdienstleister FMH beobachteten Banken mehr als drei Prozent Zinsen für Festgeld für ein Jahr – Tendenz steigend.

rez FRANKFURT. Bereits jetzt erhalten Anleger bei einer Reihe von Banken mehr Ertrag als für eine Anleihe des Bundes mit gleicher Restlaufzeit, die 3,4 Prozent abwirft.

„Die Anbieter hangeln sich langsam nach oben“, begründet Sigrid Herbst von FMH den Trend mit der starken Konkurrenz unter den Geldinstituten. Seit die Signale bei der Europäischen Zentralbank auf Zinserhöhung stünden, gäben Banken zumindest Teile ihrer deutlich besseren Kreditkonditionen an Sparer weiter. Im August haben die meisten Anbieter ihre Festgeldsätze angehoben, ein Drittel der Banken hat die Tagesgeldsätze erhöht. Und offenbar gibt es weitere Luft nach oben: „Einige Banken haben angedeutet, dass sie nachlegen wollen“, sagt Herbst.

Allerdings sollten Anleger bei den Spitzen-Angeboten auf die Bedingungen achten. „Immer mehr Geldinstitute zahlen ihre marketingwirksamen, aber für sie relativ teuren Top-Zinsen nur neuen Kunden oder für Geld, das neu ins Haus gelangt“, betont Herbst einen zweiten Trend. Die Angebote sind zudem oft zeitlich befristet. Überdies unterliegt das Kapital bei vielen Spitzen-anbietern dem verringerten EU- Einlagenschutz von maximal 20 000 Euro (siehe „Festgeldkonditionen“).

Die attraktivsten Zinsen für Festgeld über ein Jahr von vier Prozent zahlt aktuell die lettische Parex-Bank, die seit knapp einem Jahr am deutschen Markt aktiv ist. „Wir wollen über den Zins hier bekannt werden“, begründet Edward Blinstein, Manager Kundenbetreuung bei der Parex-Bank, den Satz. Die Konditionen gelten bis Ende September. Um in den Genuss des Ertrags zu kommen, muss ein Anleger allerdings ein Konto in der Berliner Filiale eröffnen oder der Bank eine amtlich beglaubigte Ausweiskopie zuschicken. „Spätestens in zwei Monaten“ will Parex auch am Postident-Verfahren teilnehmen; dann können Anleger über die Post ein Konto eröffnen. Das Kapital ist bei Parex bis zu einer Summe von 19 700 Euro abgesichert, bis 13 000 Euro über den lettischen Einlagensicherungsfonds, der Rest über die deutsche gesetzliche Einlagensicherung. Im Durchschnitt bekommen Anleger nun 2,9 Prozent Zinsen für Jahres-Festgeld, 2,2 Prozent für Tagesgeld. Aktuell legen Investoren immense Summen kurzfristig an, wie auch die jüngsten Zahlen des deutschen Fondsverbands BVI zeigen. In den eher schwachen ersten sechs Börsenmonaten flossen mehr als acht Mrd. Euro in Geldmarktfonds, während Investoren etwa aus Aktienfonds mehr als drei Mrd. Euro abzogen. Als strategisches Investment empfiehlt sich eine Anlage auf Tages- oder Festgeldkonten oder in Geldmarktfonds aber nicht. Verzichten Investoren doch über einen längeren Zeitraum auf Renditechancen etwa am Aktienmarkt. Daher monieren Finanzberater regelmäßig dieses prozyklische Anlegerverhalten. „Es zeigt sich leider immer wieder, dass sich Anleger aller professioneller Beratung zum Trotz prozyklisch verhalten und dadurch Geld verschenken“, sagt Ferdinand Haas, Vorstand des größten deutschen Maklerpools BCA. Offenbar fehle vielen Investoren der Mut, in Zeiten schwacher Börsen günstige Kurse für Zukäufe zu nutzen.

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