Teure Aktien Sicherheit hat ihren Preis

In unsicheren Zeiten flüchten viele Anleger in vermeintlich sichere Investments. Das nagt oft an der Rendite – vor allem, wenn viele Marktteilnehmer auf die gleiche Idee kommen. Manche Investoren setzen deshalb auf Cash.
In stürmischen Zeiten lautet die Frage: Sichere Aktien oder lieber Bargeld halten? Quelle: dpa
500-Euro-Scheine

In stürmischen Zeiten lautet die Frage: Sichere Aktien oder lieber Bargeld halten?

(Foto: dpa)

New YorkWas passiert, wenn die Aktien, in die jeder Marktteilnehmer in einer Krisensituation flüchtet, zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt werden, das über dem jeder anderen Branche liegt? Die Nerven liegen blank.

Genau das ist derzeit bei Basiskonsumgüter-Aktien in den USA zu beobachten. Unternehmen vom Suppenhersteller Campbell Soup Co. bis hin zum Cornflakes-Konzern Kellogg Co. werden zu den höchsten Kursen in zwölf Jahren gehandelt – in Relation zu den Gewinnen, die diese Firmen erzielen.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 sind Unternehmen, die Verbraucher mit grundlegenden Produkten und Dienstleistungen versorgen, die teuerste Branchengruppe im amerikanischen Aktien- Leitindex Standard & Poor’s 500 (mit Ausnahme der Titel von Energiefirmen, bei denen die Gewinneinbrüche den Vergleich verzerren).

Warum an den Börsen 2015 die Hölle los war
Volatilität
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2015 war ein aufregendes Börsenjahr. Selten zuvor haben die Kurse so stark geschwankt. Vor allem in Asien sprangen die Börsen wild hin und her. Doch trotz der Schwankungen blieben die Anleger dem Handel nicht fern. Einer Auswertung der World Federation of Exchanges zufolge stieg im asiatisch-pazifischen Raum die gesamte Marktkapitalisierung 2015 um zehn Prozent.

Wert der gehandelten Aktien
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Insgesamt wurden 2015 Aktien im Wert von rund 114 Billionen Dollar (104 Milliarden Euro) gehandelt. Verglich mit den 81 Billionen Dollar 2014 ist das eine Steigerung von 41 Prozent. Für den deutlichen Wertzuwachs war vor allem die Handelsaktivitäten in Asien verantwortlich. Dort stieg der Wert der gehandelten Papiere um satte 127 Prozent auf knapp 54 Billionen Dollar.

Handelsaktivität in China besonders hoch
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An den Börsen in China wuchs die Handelsaktivität überproportional an. Der Wert der gehandelten Aktien stieg hier um sage und schreibe 218 Prozent von 13,5 auf 43 Billionen Dollar an, was einen Großteil des Wertes gehandelter Aktien im gesamten asiatisch-pazifischen Raum ausmacht.

Anzahl der Trades
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Auch bei der Anzahl der Trades erfuhren die Börsen im asiatisch-pazifischen Raum einen deutlichen Zuwachs. Waren es 2014 noch acht Milliarden abgeschlossene Geschäfte stieg die Zahl im vergangenen Jahr um 94 Prozent auf 15,5 Milliarden. Damit wurde ein Großteil der weltweiten Aktiengeschäfte dort ausgeführt. Insgesamt wurden 23,7 Milliarden Trades abgeschlossen (+ 55 Prozent).

Weltweite Marktkapitalisierung
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Während die Marktkapitalisierung im Asien 2015 stieg, sank die weltweite Marktkapitalisierung um 1,3 Prozent auf 67 Billionen Dollar. In Nord- und Südamerika sank sie um fast acht Prozent. In Europa und Afrika ging sie um drei Prozent zurück.

Börsengänge
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Die Zahl der Börsengänge ist 2015 um 9,6 Prozent gestiegen, obwohl die Investitionen um 17 Prozent von 242 auf 202 Milliarden Dollar gesunken sind. Die Investitionen in bereits gelistete Papiere hingegen stiegen um 41 Prozent auf 914 Milliarden Dollar.

Derivate
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Der Derivatehandel verzeichnete einen Anstieg um 11,6 Prozent. Vor allem die Kapriolen an den Rohstoff- und Devisenmärkten ließ viele Anleger bei Derivaten zugreifen.

Für Investoren, die in Zeiten hoher Marktvolatilität nach einer wertbeständigen Branche suchen, machen teure defensive Aktien die Sache nicht einfacher. „Die Leute zahlen eine höhere Bewertung für die größere Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kapital in diesen defensiven Sektoren bewahrt wird“, erklärt Neil Azous, Gründer von Rareview Macro LLC in Stamford, Connecticut, in einem Interview mit Bloomberg.

Seit der August-Korrektur des S&P-500 sind Investoren zuhauf in die Aktien aus dem Bereich des Basiskonsums geflüchtet. Dem Sub-Index gelang es in der Zwischenzeit, rund ein Zehntel zuzulegen. Einmal konnte das Barometer den Gesamtindex gleich zwölf Wochen in Folge schlagen – das war die längste Gewinnserie seit mindestens November 2007, als die US- Wirtschaft kurz vor ihrer jüngsten Rezession stand.

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„Wir halten Cash statt defensiver Aktien“
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