Tipps für Schnäppchenjäger
Aktienstrategie: Substanz entscheidet

Für Anleger an den Aktienmärkten könnte das laufende Jahr nicht bitterer laufen. Seit Januar stürzen die Aktienkurse weltweit in den Keller, selbst zunächst stabile Börsen wie etwa die Märkte in der Golf-Region haben sich dem Abwärtstrend inzwischen angeschlossen.

DÜSSELDORF. Und auch der detaillierte Blick auf die Entwicklung einzelner Aktien bringt deprimierende Ergebnisse: Titel mit Kursgewinnen muss man mit der Lupe suchen. Unter den 110 größten deutschen Werten in Dax, MDax und TecDax beispielsweise finden sich mit VW, Epcos und der Norddeutschen Affinerie nur drei Aktien, die seit Jahresbeginn im Plus liegen. Und das Papier des Autobauers Volkswagen muss man aus der Analyse ausklammern, da es seit Wochen von undurchsichtigen Spekulationen getrieben wird und sich von fundamentalen Daten längst gelöst hat.

Die Investoren, insbesondere Privatanleger, schrecken die massiven Verluste ab. Aktuelle Studien zeigen, dass das Interesse an Aktien auf einen Tiefstand gesunken ist. Laut einer aktuellen Umfrage von Infratest im Auftrag der DZ Bank ziehen aktuell gerade einmal 15 Prozent der deutschen Anleger einen Aktienkauf überhaupt in Betracht. Der Anteil derer, die tatsächlich Dividendenpapiere kaufen, dürfte noch einmal deutlich niedriger liegen.

Experten schätzen die Lage an den Börsen dagegen etwas anders ein. Zwar rät kaum ein Aktienstratege im aktuellen Umfeld zu breit angelegten Käufen. Vereinzelt sehen sie hingegen durchaus wieder Einstiegschancen: "Es gibt sicherlich selektive Opportunitäten", sagt Ralf Zimmermann, Aktienstratege beim Bankhaus Sal. Oppenheim.

Der Haken: Diese Perlen zu finden ist sehr schwierig. Klassiche Denk- und Analysemuster laufen im aktuellen Marktumfeld ins Leere. Das gilt insbesondere für die Kennziffer des Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Hierbei werden der Börsenwert eines Unternehmens und der erwartete Gewinn miteinander in Verbindung gesetzt. Je niedriger die Relation am Ende ausfällt, desto günstiger ist eine Aktie. Das Problem an dieser simplen Rechnung liegt darin, dass das KGV zwei Seiten hat. Ein niedriger Wert kann somit ausdrücken, dass die Bewertung im Vergleich zum erwarteten Gewinn zu niedrig ist. Umgekehrt ist aber auch die Interpretation möglich, dass die Gewinnerwartungen zu hoch angesetzt sind. Werden diese später angepasst, fällt automatisch auch das KGV.

Genau an diesem Punkt befinden sich die deutschen Unternehmen aktuell. Seit Monaten sinken die Gewinnschätzungen der Analysten, auf deren Durchschnitt die KGVs berechnet werden. Und der Tiefpunkt ist nach Meinung von Experten noch nicht erreicht: "Wir gehen davon aus, dass wir das zyklische Tief bei den Unternehmensgewinnen erst Mitte 2009 sehen werden. Entsprechend besteht auch noch massiver Revisionsbedarf in den Analystenschätzungen", sagt Peter Körndl, Aktienstratege der Dresdner Bank.

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