Tool der Woche
Kein Grund, besser zu werden

Niedrige Leitzinsen lassen Sparern beim Festgeld schon seit Monaten kaum Hoffnung. Auch seitens der Banken werden gute Angebote immer seltener. Wann sich Festgeld dennoch lohnen kann.
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DüsseldorfDie Bigbank ist eigentlich nicht für schlechte Zinskonditionen bekannt. Seit sich das estnische Geldinstitut mit dem Logo des grauen Elefanten 2009 am deutschen Markt etabliert hat, wurde es bereits mehrfach ausgezeichnet. Beim Zinsaward der Max-Herbst-Finanzberatung belegte die Bank 2013 den zweiten Platz in der Kategorie Festgeld. Bei den dreijährigen Sparbriefen lag die Bank sogar auf dem ersten Platz.

Doch inzwischen hat Bigbank – zumindest bei den kurzfristigen Festgeldanlagen – nicht mehr die Nase vorn. Im Handelsblatt-Online Festgeld-Vergleich kommt sie auf gerade einmal 1,3 Prozent Zinsen auf Einlagen für zwei Jahre. Noch mauer sieht es bei einjährigem Festgeld aus: Gerade einmal ein Prozent Zinsen gibt es da. Vorstandsmitglied Kaido Saar, erklärte Anfang April im Handelsblatt-Interview: „Bessere Konditionen braucht es derzeit gar nicht, denn wir wollen unser Geschäftsvolumen in Deutschland für den Moment stabil halten.“

Mit dieser Einstellung ist die Bank nicht allein. Sparer, die nach guten Konditionen beim Festgeld suchen, dürften enttäuscht sein, denn wirklich lohnende Bedingungen bietet derzeit kaum eine Bank in Deutschland. Und Experten rechnen auch nicht damit, dass es bald besser wird. „Es ist momentan ziemlich ruhig auf dem Markt“, sagt Sigrid Herbst von der FMH Fiunanzberatung. Nur einige der Anbieter würden derzeit überhaupt an ihren Konditionen schrauben, bei der überwiegenden Mehrheit heißt es: Aktion stabil. „Mit einem Hype auf Zinserhöhungen ist nicht zu rechnen“, sagt Herbst. Wo die Zinsen noch hoch sind, zeigt der Handelsblatt Festgeld-Rechner.

Der FMH-Index für Festgeld über 12 Monate liegt mit einem durchschnittlichen Zins von 0,64 Prozent. Bei einer Jahresinflationsrate von 1,3 Prozent, welche das Statistische Bundesamt im April ermittelte, sieht es für das Sparschwein nach wie vor düster aus. Durchschnittliche Zinsen von knapp zwei Prozent auf zwölf Monate gab es zuletzt 2011, zeigt der Index. Da aber die Europäische Zentralbank die Leitzinsen seit diesem Zeitraum beständig senkt, sinken auch die Zinsen für Spareinlagen.

Und: Es scheint zumindest nicht unmöglich, dass die Zentralbank die Zinsen weiter auf Talfahrt schickt. EZB-Ratsmitglied Luc Coene sagte schloss in der vergangenen Woche eine weitere Senkung nicht aus. Sollten die April-Daten zu den Verbraucherpreisen in der Eurozone „erneut eine negative Überraschung“ liefern, würde dies für eine schnelle Reaktion der Europäischen Zentralbank sprechen, so der EZB-Rat.

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Festgeld bleibt für viele dennoch attraktiv

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