Tool der Woche

Welche Aktien jetzt noch Potenzial haben

Der Dax liegt auf Jahreshoch, die Weihnachtsrally läuft. Mit dem Handelsblatt-Analystencheck können Anleger prüfen, wo Analysten künftig noch Chancen sehen – und von welchen Aktien sie abraten.
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Unter anderem bei ProSiebenSat1 sehen Analysten noch Potenzial. Quelle: dpa
Feierlaune an der Börse Frankfurt

Unter anderem bei ProSiebenSat1 sehen Analysten noch Potenzial.

(Foto: dpa)

FrankfurtWeitere große Kurssprünge trauen die Experten dem Dax zwar nicht mehr zu: In dieser Woche kletterte der deutsche Leitindex in der Spitze auf rund 11.195 Punkte – so hoch wie noch nie in diesem Jahr. Selbst bis Ende 2017 ist das Aufwärtspotenzial begrenzt.

Die Banken, die ihre Prognosen schon veröffentlicht haben, rechnen in zwölf Monaten im Schnitt mit einem Dax-Stand von gut 11.500 Punkten. Die Luft nach oben ist also dünn, das Allzeithoch bei 12.391 Punkten aus dem April 2015 bleibt in weiter Ferne.

Diese Banken stehen auf Bundesanleihen
Anleihen unterm Hammer
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Der Bund versteigert seine Anleihen stets über Auktionen, im Jahr 2016 waren es 72. Zunächst gehen die Bonds an Banken. Diese bieten oft im Auftrag von anderen institutionellen Investoren wie Fonds, Versicherern oder Pensionskassen. Die Banken verkaufen die Bonds dann an diese Investoren weiter.

Deutsche Finanzagentur
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Die Auktionen gingen auch 2016 nicht immer gut. Bei 15 Auktionen war die Nachfrage der Banken geringer als das Angebot. Für den Bund ist das aber kein Problem. Denn die Finanzagentur – der oberste Schuldenmanager des Bundes – behält bei Auktionen ohnehin stets um die 20 Prozent einer Auktion zur Marktpflege ein und verkauft die Anleihen dann nach und nach. Im Vorjahr hatte es bei 14 Auktionen sogenannte technische Unterdeckungen gegeben.

Euro-Münze
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Zugelassen zur sogenannten „Bietergruppe Bundesanleihen“ sind Banken, die ihren Sitz oder zumindest eine Tochtergesellschaft in der EU haben. Zudem müssen sich die Institute dazu verpflichten, im Schnitt mindestens 0,05 Prozent an den neuen Bundeswertpapieren zu ersteigern. Wer das nicht erreicht, scheidet aus der Bietergruppe aus. Für 2017 sind insgesamt 36 Banken in der Bietergruppe. Hier die Top 10.

Platz 10: Morgan Stanley & Co International plc
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Die US-Bank hat über ihre britische Tochter eifrig bei Bundesanleihen mitgeboten. Dabei rückte sie im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz vor und schaffte es damit in die Top-Ten.

Platz 9: Unicredit
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Die italienische Großbank ersteigerte 2016 weniger Bundesbonds als im Vorjahr. Das ließ sie in der Bietergruppe Bundesemissionen von Rang fünf auf Rang neun abrutschen.

Platz 8: Barclays Bank
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Die britische Großbank ersteigerte nur etwas weniger deutsche Bundesanleihen und Geldmarktpapiere als im Vorjahr. In der Bietergruppe rutschte sie so um einen Rang auf Platz acht nach unten.

Platz 7: Deutsche Bank
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Deutschlands größtes Geldhaus ist erneut abgerutscht. Diesmal von Rang fünf auf Rang sieben. Im Jahr 2014 hatte die Deutsche Bank noch Rang zwei in der Bietergruppe belegt.

Am zuversichtlichsten sind dabei die Experten von DZ Bank und Helaba. Die Strategen beider Banken können sich vorstellen, dass der Dax in einem Jahr bei 12.000 Punkten steht. Die Dekabank hat ihr Ziel für die nächsten zwölf Monate dagegen nur bei 11.000 Zählern festgelegt.

Auch wenn das Kurspotenzial damit begrenzt ist, hält Dekabank-Aktienmarktstratege Joachim Schallmayer „die Bewertungen am Aktienmarkt in Summe für nicht besonders hoch“. Zugleich ist er überzeugt, dass die Aktienauswahl wichtiger wird. Während er defensive Werte wie Getränke- und Nahrungsmittelhersteller bereits für relativ teuer hält, könnten zyklische Aktien punkten. Dabei nennt er unter anderem Rohstoffaktien und – selektiv – auch Banken.

Aktienexperte Markus Wallner von der Commerzbank betont, dass die Bewertung „bei einigen Dax- und MDax-Unternehmen schon relativ weit fortgeschritten“ sei. Anleger sollten daher Unternehmen auswählen, die „ein stärkeres Gewinnmomentum als der Gesamtmarkt aufweisen und deren Bewertung auf Basis des Preis-Buchwert-Verhältnisses unter oder relativ nahe am langfristigen Durchschnitt liegt“.

Welche Unternehmen die Spezialisten konkret gut finden, können Anleger mit dem Analystencheck-Tool herausfinden, das Handelsblatt-Lesern zur Verfügung steht. In der Online-Anwendung werden laufend neue Analysten-Empfehlungen und Kursziele zahlreicher Banken sowie unabhängiger Research-Institute ausgewertet.

Wichtig ist dabei der Hinweis, dass der Analystencheck ein gewichtetes Kursziel anzeigt. Aktuelle Analysen beeinflussen das ermittelte Konsenskursziel stärker als ältere Studien.

Deutliche Unterschiede im Dax
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1 Kommentare zu "Tool der Woche: Welche Aktien jetzt noch Potenzial haben"

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  • Sehr geehrte Frau Schier,

    mag sein, dass das Aufwärtspotential des DAX begrenzt ist. Aber für eine Aktienanlage gibt es eine Grundregel. Sie heißt größtmögliche Streuung. Suchen Sie sich einige vielversprechende Einzelwerte aus, wird dieses Gebot verletzt. Sie gehen damit Risiken ein, die an einen Totalverlust grenzen. Vielleicht schauen Sie sich im DAX einmal die Kursentwicklung der Banken, Versorger oder von VW an.

    Nichts gegen Analysten. Aber diese schauen auch nur in den Rückspiegel. Dass die Banken unter einer subprime-Krise, Eigenkpitavorschriften und Regulierungen und die Null-Zins-Politik der EZB leiden werden, konnten sie nicht vorhersehen. Ebenfalls nicht im Vorhinein erkennbar war der Ausstieg aus der Atomenergie. Und dass VW in seine Diesel-Fahrzeuge eine Schummelsoftware einbaut, hat im vorhinein auch kein Analyst gewußt.

    Weiterhin gibt es auch Einwände gegen die ganze Zunft. Sie kennen sicher das Sprichwort "Zwei Juristen, drei Meinungen" Für Aktienanalysten gilt das Gleiche. Bei jeder einzelnen Aktie votieren manche Analysten für "buy", andere aber für "hold" oder "sell". Als ob das nicht schlimm genug wäre, gibt es auch noch Meinungsführer und einen mainstream. Dazu die bekannte Erscheinung, dass die buy-Urteile die sell-Urteile bei weitem überwiegen. Vielleicht haben Sie sich auch einmal überlegt, dass die Analysten bei Banken angestellt sind und dass ihre Brotherren Aktien verkaufen wollen.

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