Tool der Woche: Wie Berufseinsteiger am besten sparen

Tool der Woche
Wie Berufseinsteiger am besten sparen

Erster Job, erster finanzieller Spielraum. Doch wohin mit den Groschen, wenn die Klassiker Lebensversicherung und Sparbuch nichts mehr abwerfen? Neben Tagesgeld bleibt Berufseinsteigern oft nur ein guter Fondssparplan.
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DüsseldorfIn Zeiten anhaltender Niedrigzinsen spart es sich schlecht – besonders bitter aber trifft es Berufsanfänger. Nach langer Ausbildung sind sie oft erst mit Ende zwanzig in der Lage, regelmäßig ein paar Groschen zur Seite zu legen. Doch bieten die klassischen langfristigen Sparverträge, Zinssparen oder die Lebensversicherung, längst nicht mehr genug, um real Vermögen aufzubauen.

Wie brisant die Lage ist, zeigt ein Beispiel: Wer bis zur Rente jeden Monat 100 Euro abdrücken kann, bräuchte schon eine Jahresverzinsung von etwa 3,1 Prozent, um den Wert des Geldes zu erhalten. Vier oder fünf Prozent Zinsen wären nötig, um nach Abzug der Inflation auf eine nachhaltig positive Rendite zu kommen.

Jobanfänger haben daher nur eine Wahl: Sie müssen mehr denn je flexiblere Sparvarianten ins Auge fassen. Neben Tagesgeld und kurzfristigem Festgeld zählen dazu insbesondere Ratenzahlungen in ausgewählte Fonds. Bei der Suche nach dem passenden Fonds hilft das Tool auf Handelsblatt Online.

Doch im Detail: Angenommen, ein Jobneuling verdient monatlich 2000 Euro netto, hat aber keinerlei Rücklagen und ist auch ansonsten im Umgang mit Wertpapieren unbedarft. Wie könnte er vorgehen, um langsam Vermögen aufzubauen?

Schritt 1: Notfallreserve

„Gerade Berufseinsteiger sollten zunächst eine ordentliche Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto aufbauen“, empfiehlt die unabhängige Finanzberaterin Stefanie Kühn. Faustregel seien drei bis fünf Nettomonatsgehälter, angelegt zu mindestens einem Prozent.

Diese Rücklage sei wichtig, „um flüssig zu sein, wenn einmal die Waschmaschine kaputtgeht“, sagt auch der Mainzer Finanzberater Antonio Sommese. Nur wer sich diese Grundlage in einem ersten Schritt geschaffen habe, könne in einem zweiten darüber nachdenken, Tagesgeld auch strategisch zu nutzen.

Schritt 2: Strategisches Tagesgeld

Angenommen, einem Berufseinsteiger bleiben von den 2000 Euro netto nach Abzug der Miete und sonstigen Kosten des täglichen Lebens noch 500 Euro übrig, die er anlegen kann. „Dann könnte er 300 Euro davon aufs Tagesgeldkonto packen“, rät Sommese.

Anstatt eines monatlichen Zinssparens auf dem Sparbuch könnte der Berufseinsteiger etwa einen Spardauerauftrag aufs Tagesgeld einrichten. Der Vorteil: Hier wäre das Geld jederzeit verfügbar. In Kombination mit einer jährlichen Mindestverzinsung von einem Prozent würde sich über die Zeit einige Liquidität ansammeln. „Dieses Cash halte ich, um zu einem späteren Zeitpunkt mit höheren Zinsen einzusteigen“, so Sommese.

Kommentare zu " Tool der Woche: Wie Berufseinsteiger am besten sparen"

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  • Der DAX wird noch auf 10'000 Punkte getrieben, weil da sicher viele Zertifikate ausgeknockt werden. Dann bleibt er noch 1-2 Wochen in luftiger Höhe und beginnt eine rasante Talfahrt. Dann kommt die "Retterin" Oma Yellen und verkündet QE4, QE5, QE6, QE7, usw. Und Herr Bernanke jault aus dem Rentnerdasein, dass er das für total falsch hält und er ja noch 1 Monat vor der Amtsübergabe eine restriktive Geldpolitik eingeschlagen habe.

  • Ich finde Berufseinsteiger sind wirklich sparsam. Vor allem sparen sie am Einstiegsgehalt. Das liegt heute nämlich niedriger als bei mir vor 15 Jahren. Tja, das ist der Preis einer gnadenlosen Konformität und Staatsgläubigkeit. :-) Berufseinsteiger bekommen somit inflationsbereinigt rund 40% weniger als vor 15 Jahren.

  • Den Carmignac Fonds zu empfehlen ist schon eine Dreistigkeit. Ein Fonds der noch keine drei Jahre besteht, seit dem bei allgemein steigenden Börsenkursen eine negative Wertentwicklung hat und entgegen den vorherigen Warnungen im Artikel eine Verwaltungsgebühr von 2,25% (laut onvista.de). Zwar fällt kein Ausgabeaufschlag an, doch fährt man bei einem langfristigen Sparplan eindeutig besser mit Ausgabeausschlag und geringeren Verwaltungskosten.

    Ich habe jetzt nur einen Fonds geprüft, doch den vorherigen Kommentaren entnehme ich, dass sich dies durch den Artikel durchzieht.

    Da kann man wirklich nur jedem raten der sich im Internet erkundigt, wenn sich diese inhaltliche Tiefe und Richtigkeit schon in Artikeln des Handelsblatt wiederfindet, doch lieber wieder zu seiner ortsansässigen Volksbank oder Sparkasse zu gehen, bei der er garantiert eine bessere Beratung bekommen wird.

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