Top-Empfehlungen
Die besten Analysten für deutsche Aktien

Wer an der Börse arbeitet, muss viele Entscheidungen treffen. Darin sind die hiesigen Broker besonders gut: Die deutschen Analysehäuser landen bei der Bewertung von Aktien oft mehr Treffer als die global tätigen Institute. Am häufigsten in den Bestenlisten findet sich eine Deutsche-Bank-Tochter.
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FRANKFURT. Zaudern zählt nicht: In einer Phase extremer Kursschwankungen an den Aktienmärkten muss sich ein Analyst entscheiden. "Nur bullish zu sein, reichte nicht aus. Wer differenzierte zwischen Kaufen- und Verkaufen-Urteilen, hatte Erfolg", sagt Raj Shah, Produktspezialist bei Starmine. Der Datenanbieter hat ein Ranking der besten Analysehäuser für deutsche Aktien erstellt, das dem Handelsblatt vorliegt.

Schaut man auf alle vier maßgeblichen Indizes, haben die deutschen Broker besser als die internationalen abgeschnitten. Auch beim viel beachteten Standardwerte-Index Dax stehen in diesem Jahr mit Equinet und der DZ Bank zwei lokale Analysehäuser ganz oben in der Bestenliste. In den vergangenen Jahren standen dort oft globale Anbieter. Am häufigsten hat es die BHF Bank in die Bestenlisten geschafft.

Die Nähe zu den Unternehmen zählt

Starmine-Experte Shah begründet das Ergebnis zweifach: Erstens fällen Analysten deutscher Häuser tendenziell mehr Kaufen-Urteile als internationale Broker. Diese Neigung habe den Deutschen zuletzt bei den trotz starker Schwankungen gestiegenen Kursen geholfen. "Die globalen Broker bewerteten mehr mit "Halten", damit vergaben sie Chancen", sagt Shah. Deutsche Broker vergeben zu mehr als 49 Prozent ein "Kaufen"-Urteil, internationale Häuser zu 47 Prozent.

Als zweiten Grund für den Erfolg der Lokalen nennt Shah deren stärkere Präsenz im Heimatmarkt: Die Analysten sind im Land und bewerten mehr Aktien. So analysiert etwa Warburg Research knapp 200 deutsche Aktien. Globale Broker beobachten dagegen oft nur einige hundert Aktien in ganz Kontinental-Europa. Ihnen fehle oft Nähe zu den Firmen, sagt Shah. Goldman Sachs oder Citi etwa covern deutsche Aktien von London aus.

Das Analysehaus Starmine, das zu Thomson Reuters gehört, untersuchte für das Ranking die Treffsicherheit von Empfehlungen für Aktien aus dem Dax, MDax, SDax und TecDax in den letzten zwölf Monaten bis Ende September sowie die Genauigkeit von Gewinnschätzungen.


Die besten Dax-Analysten nach Aktienempfehlungen
(im Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010)

PlatzAnalysehausBewertete Aktien
1equinet (ESN Partnership)25
2

UniCredit

Group
30
3Metzler Equities29
4CA Cheuvreux29
5SG Securities29
6Nord Landesbank30
7Macquarie Research Equities25
8M.M.Warburg/SES Research27
9Landesbank Baden-Württemberg29
10 (tie)BHF-Bank19
10 (tie)

UBS

29


Quelle: THOMSON REUTERS

Am häufigsten in den Bestenlisten findet sich ein Aufsteiger: die BHF Bank. Die zum Verkauf stehende Ex-Oppenheim-, jetzt Deutsche-Bank-Tochter hat in sieben von acht Kategorien gepunktet. Shah von Starmine lobt denn auch "lokale Präsenz, Sektor-Expertise und tiefe Kenntnis" des deutschen Marktes. Interessant ist, dass die BHF-Bank ihr Aktienresearch zuletzt sogar eingeschränkt hat: "Wir konzentrieren uns auf Industriewerte", sagt Björn Robens, Vorstandschef der BHF-Bank. Aktien von Banken und Versicherungen covert die BHF Bank nicht mehr. Gut zehn Analysten beobachten 80 Aktien, vor allem mittelgroßer und kleinerer Firmen, aber auch 13 Dax-Titel. "So haben wir die Kapazitäten, uns tief mit diesen Kern-Märkten zu beschäftigen", sagt Robens.

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