Top-Konditionen gelten oft nur für begrenzten Zeitraum
Banken heben Zinsen für Tages- und Festgeld an

Monatelang haben Banken und Sparkassen die wieder anziehenden Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt ignoriert. Doch jetzt haben sie sich dazu durchgerungen, ihren Kunden wieder etwas mehr für das Kontensparen zu bezahlen.

rez FRANKFURT. Nicht zuletzt die jüngste Zinsanhebung des Marktführers ING-Diba für Tagesgeld dürfte der Grund dafür sein, dass auch die Konkurrenten ihre Sätze hochschrauben, um im Konditionenvergleich mithalten zu können. Beim Tagesgeld zahlen die Banken Anlegern im Durchschnitt nun zwei Prozent, beim Festgeld für zwölf Monate rund 2,5 Prozent.

„Viel mehr sollten Sparer aber in den nächsten Monaten nicht erwarten“, meint Sigrid Herbst von der Finanzberatung FMH. Wenn die Kreditzinsen weiter anziehen, kann sie sich zwar vorstellen, dass die eine oder andere Bausparkasse ihre Konditionen noch etwas verbessert. Aber nachdem das Gros der Anbieter nun ihre Sätze erhöht hat, seien vorerst keine größere Sprünge mehr drin. Anleger könnten folglich ihr Geld wieder etwas länger parken, meint Herbst.

Beim Tagesgeld hat rund ein Drittel der von FMH beobachteten Anbieter die Konditionen in den vergangenen vier Wochen verbessert. Dabei waren wie bei der Netbank Sprünge um bis zu 0,75 Prozentpunkte auf drei Prozent möglich (siehe „Tagesgeldkonditionen“). Die Online-Bank gehört damit nun zu den Spitzenanbietern.

Allerdings koppeln die Geldhäuser solche Top-Zinsen meist an bestimmte Voraussetzungen: Die Netbank zahlt den Satz nur neuen Kunden bis zu einer Anlagesumme von 25 000 Euro, die Konditionen gelten zudem nur bis Ende Juni.

Die Dresdner Bank, zahlt für bis zu 20 000 Euro, die neu bei der Bank angelegt werden, ebenfalls drei Prozent. Das Angebot ist jeweils befristet, wird aber in der Regel verlängert. Die aktuellen Konditionen gelten bis Ende Oktober für bis Ende April angelegtes Geld. Man kann auch dieses Mal davon ausgehen, dass die Dresdner Bank die Konditionen beibehält, da sie ihren Tagesgeldkunden zur Fußball-Weltmeisterschaft ein Bonbon verspricht: Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Weltmeister werden sollte, bekommen die Sparer einen Zinsaufschlag von 0,75 Prozent.

Das mit vier Prozent beste Tagesgeldangebot des Wertpapierhauses Driver & Bengsch gilt jeweils für drei Monate. Danach erhalten Kunden einen deutlich niedrigeren Zinssatz.

Noch mehr Banken haben ihre Festgeldsätze nach oben geschraubt. Gut die Hälfte der Geldhäuser zahlt nun höhere Zinsen für Zwölfmonats-Festgeld. Die Sätze legten um bis zu 0,45 Prozentpunkte zu, eine Drei vor dem Komma ist keine Ausnahme mehr (siehe „Festgeldkonditionen“). Bei den Spitzenangeboten der Finansbank und Deniz Bank müssen Anleger allerdings mit einem auf 20 000 Euro beschränkten Einlagenschutz leben. Verbraucherschützer raten, bei diesen Instituten nur bis zu dieser Summe Geld anzulegen.

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