TPG und Exel werden als gute Partner angesehen
Logistikaktien gelten als solide Anlage

Wer in Logistikaktien investiert, hat Anteil am wachsenden Welthandel. Der Logistikmarkt wächst trotz schwieriger Wirtschaftslage. Analysten sehen die Branche insgesamt aber mitten in einem Konsolidierungsprozess.

DÜSSELDORF. Wer in Logistikaktien investiert, hat Anteil am wachsenden Welthandel. Ob Deutsche Post, niederländische TNT Postgroep (TPG) oder Spezialisten wie der britische Logistiker Exel oder der Schweizer Spediteur Kühne & Nagel gelten den Analysten frei nach dem Motto „transportiert wird immer“ als solide Anlage für stürmische Zeiten.

Der Logistikmarkt wächst trotz schwieriger Wirtschaftslage. „Wir haben einen jährlichen Bedarf von 3500 neuen Führungskräften für Güter- und Informationsprozesse“, sagte Helmut Baumgarten, Logistik-Professor an der TU Berlin. Starkes Wachstum im Güterverkehr und das Outsourcing in Produktion und Dienstleistung machten die Logistik zum Wachstumsmarkt.

Die Branche steht indessen mitten in einem Konsolidierungsprozess. Die großen Postkonzerne - neben den an der Börse notierten Konzernen Deutsche Post und TPG auch die französische La Poste und die britische Royal Mail - wachsen zu großen internationalen Logistikkonzernen heran. Während die Deutsche Post die Börse mit dem Börsengang der Finanztochter Postbank, dem vorzeitigen Auslaufen des Briefmonopols und dem (kürzlich beendeten) Tarifstreit in Atem hält, ist es um die TPG still geworden. Verdächtig still, wie Branchenkenner meinen. Da sei etwas Großes im Busch: Angeblich verhandelt TPG mit Exel (Umsatz 8 Mrd. Euro) über eine engere Verzahnung der Geschäfte. Reizvoll für die Holländer: TPG wäre mit einem Schlag ihre Sorgen in der Logistiksparte los. Aber auch sinnvoll für Exel: Mittelfristig sei es für die Briten ein Wettbewerbsnachteil, meint Markus Hesse von der Hypo-Vereinsbank, in der Luft- und Seefracht und in der Kontraktlogistik keinen Zugang zu einem internationalen Landtransportnetzwerk zu haben. Über so ein Netz verfügen die Holländer mit TNT Express.

Hesse sieht Exel schon seit längerer Zeit als Übernahmeziel. Sollte das Modell der Deutschen Post Erfolg haben, unter dem Dach der DHL das Logistik- und Expressangebot auf eine einheitliche Vertriebs- und Produktionsplattform zu stellen, werde das die Wettbewerbslandschaft signifikant verändern, meint Hesse. Denn dann würden auch die US-Paketkonzerne UPS und Fedex in Zugzwang geraten. Im Klartext: Die großen Paketkonkurrenten der Post müssten ihr Logistikangebot ausbauen.

Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel plagen mit dem Börsengang der Postbank zur Zeit ganz andere Sorgen. „Die artikulierten Preisvorstellungen einiger Interessenten dürften nicht zur Optimierung des Emissionserlöses beigetragen haben“, befürchtet Holger Bosse von Helaba Trust. Zumwinkel lässt sich aber nicht beirren und hält Börsenkurs. Er hat den Erlös aus dem Börsengang bereits für Übernahmen eingeplant, wie er gestern in Frankfurt bestätigte. Im Visier hat die Post etwa die zur Privatisierung anstehende Österreichische Post. Außerdem soll der Erlös in den Ausbau des europäischen Boden- und Luftnetzes im Paket- und Logistikgeschäft gesteckt werden.

Mit einem Kurssprung reagierte die Börse zuletzt auf die Tarifeinigung. „Ein belastender Faktor ist weggefallen“, sagte Robert Czerwensky von der Vereins- und Westbank. Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin schätzt den Anstieg der Personalkosten durch die Tariferhöhung mit einem Prozent als gering ein.

Den vielen Mittelständlern der Logistik-Branche bleibt angesichts der Marktmacht der Großen nur die Flucht nach vorne. Mit Fusionen, Kooperationen oder in der Nische versuchen sie sich zu behaupten. Kühne & Nagel zum Beispiel hat sich in das deutsche mittelständische Speditionsnetzwerk IDS eingekauft, das in die europäische Kooperation Elix eingebunden ist. Elix gehören die skandinavische DFDS und die französische Geodis an. Die Schweizer planen nach Branchenkreisen weitere Übernahmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%