Transparenz
Anleger erhalten mehr Fakten

Unternehmen werden transpartenter: Ein neuer, gemeinsamer entwickelter Leitfaden von Unternehmen und Analystenverband könnte künftig den Investoren mehr Informationen bescheren. Analysten könnten bald auch Umweltschutz, Soziales und Unternehmensführung für ihre Bewertung heranziehen.

FRANKFURT. Investoren können künftig bei der Bewertung eines Unternehmens durch Analysten auf weitaus mehr Informationen hoffen als die reinen Finanzzahlen. 25 neue sogenannte "Key Performance Indicators" (KPI) aus den Bereichen Umweltschutz, Soziales und Unternehmensführung sollen es der breiten Masse der Vermögensverwalter, Fondsmanager und der Großanleger in Zukunft erleichtern, den Wert einer Aktiengesellschaft auch außerhalb der reinen Geschäftszahlen zu ermitteln. "Die traditionelle Finanzanalyse griff bisher nur einen Teil der Bewertung ab, der Großteil des Unternehmenswertes blieb dabei unberücksichtigt, sagt Ralf Frank, Geschäftsführer des deutschen Analystenverbandes DVFA.

Ein Gremium des Verbandes hatte in den letzten anderthalb Jahren die neuen Grundsätze ausgearbeitet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Vorschläge rein für den deutschen Markt. Der europäische Analystenverband Effas stand ebenso Pate wie die großen Wall - Street-Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley oder Merrill Lynch. Mehr als 40 namhafte Institute weltweit haben auf Investorenseite an den Grundsätzen mitgearbeitet. Auf der Gegenseite waren von Unternehmensseite die Vertreter von zehn Dax-Unternehmen vertreten. Herausgekommen ist keine Vorschrift , sondern ein Leitfaden, den die Unternehmen ganz oder teilweise anwenden können. "Wir sind bei diesem Thema damit in Europa den USA um einen Schritt voraus", sagt Hendrik Garz von der WestLB.

Wichtig ist dabei die Abgrenzung zu den immer stärker wachsenden Investmentmöglichkeiten aus dem Nachhaltigkeitsbereich. Die neuen Vorschriften sind rein für Mainstream-Investoren gedacht und sollen laut Aussagen von DVFA -Chef Frank die Brücke von der breiten Masse der klassischen Investments zu den Emporkömmlingen aus dem Nachhaltigkeitssektor spannen.

Das Themenspektrum, das künftig in die klassische, bislang sehr zahlenlastige Analystenbewertung eingehen soll, geht von der Mitarbeiter-Fluktuation bis zu Korruptionspraktiken, von der Zahl der Patente bis zum Kohlendioxid-Ausstoß. Natürlich hatten etliche Unternehmen bei dieser neuen Offenheit Bauchschmerzen. "Gesellschaften müssen sich aber ohnehin künftig verstärkt Gedanken über eine veränderte Form der Berichterstattung machen", sagt Michael Werner von der Prüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers.

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