Traubenproduktion als Geldanlage
Rendite aus dem Mini-Weinberg

Investitionen in die eigene Traubenproduktion als Geldanlage: Im wichtigsten Weinanbaugebiets Argentiniens, in Mendoza, verkaufen Projektentwickler Land an Investoren, die dort einen eigenen Weinberg anlegen lassen können. Doch Experten warnen: Eine Garantie dafür, dass die Weinberge mehr als ein Liebhaberobjekt bleiben, gibt es nicht.

MENDOZA. Lucas Abihaggle steht auf der Bodenplatte eines halb fertigen Gebäudes und deutet auf einen mit Gestrüpp bewachsenen Hügel. „Dort werden die Pferdeställe hinkommen“, erklärt der Projektentwickler. „Und dahinter wird das Polofeld angelegt.“ Das Gelände liegt oberhalb einer Lagune. In der Ferne sind die Berggipfel der Anden zu sehen. Doch was er den interessierten Besuchern zeigt, ist keine Luxusanlage für Polofreunde. Die 2000 Acre große Anlage Santa Maria de los Andes ist ein Weingut für Kleinwinzer. Abihaggle verkauft dort kleine, fertig angelegte Weingärten.

Die Vorgebirgslandschaft südlich der argentinischen Provinzhauptstadt Mendoza ist schon seit langem bekannt für die zunehmend beliebte Weinsorte Malbec. Doch seit drei Jahren wird die Gegend zunehmend von US-Amerikanern, Kanadiern und Europäern entdeckt, die hier ihren Traum vom selbst angebauten Wein verwirklichen wollen. Sie profitieren von den relativ niedrigen Grundstückspreisen in Argentinien und kaufen sich dort Mini-Weinberge.

Mendoza war ursprünglich ein verschlafenes Städtchen, das vor allem für seinen billigen Schoppenwein bekannt war, und für das ausgeklügelte Bewässerungssystem. Aber das änderte sich in den 80er- und 90er-Jahren, als die argentinischen Winzer begannen, die Qualität ihres Weins zu verbessern. Sie holten berühmte ausländische Winzer wie Michel Rolland, Paul Hobbs und die Gebrüder Lurton als Berater in die Region. Die entdeckten dann den für den Weinbau idealen steinigen, trockenen Boden und machten dort eigene Weingüter auf.

Nach 2002 erlebte die Region dann einen regelrechten Tourismus-Boom. Die Abwertung des Pesos hatte das Land zu einem preiswerten Ziel für Urlauber aus dem Ausland gemacht. Die Besucher wurden sowohl von den Weinen der Region angezogen als auch von der schönen Kulisse der schneebedeckten Anden. Die regionale Wirtschaft stellte sich schnell darauf ein, so dass die Touristen immer mehr Luxus-Hotels, Boutiquen und Gourmet-Restaurants vorfinden.

Im Gegensatz zu anderen hochwertigen Weinanbaugebieten war der Grundstücksmarkt in Mendoza allerdings noch völlig unerschlossen. Projektentwickler erkannten hier ihre Chance. Sie verkaufen Land an Investoren. Diese können dort gegen eine Jahresgebühr an eine Verwaltungsgesellschaft einen eigenen Weinberg anlegen lassen. Die Verwalter kümmern sich um die Pflege, die Ernte und den Verkauf der Weintrauben. Auf einigen dieser neuartigen Weingüter sollen auch Hotels und Ferienhäuser für die Besucher entstehen.

Während ein Acre guter Weinanbaufläche im kalifornischen Napa Valley 50 000 bis 300 000 Dollar kostet, sei es in Mendoza für 4 000 bis 16 000 Dollar zu haben, sagt Juan Carlos Pina, Manager der Weinkellerei Bodegas de Argentina. Das Weinberg-Projekt von Santa Maria de los Andes besteht aus 110 Einheiten. Die fünf bis 17 Acre großen Grundstücke bieten neben den fertig bepflanzten Weingärten auch Platz für den Bau eines Hauses.

Seite 1:

Rendite aus dem Mini-Weinberg

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%