Umfrage HSBC
Notenbanken investieren stärker in Aktien

Rund 12 Billionen Dollar Reserven lagern bei den Notenbanken weltweit. Doch wohin mit dem Geld in Zeiten, in denen klassische Anleihen kaum mehr Rendite bringen? Umfragen zeigen: Eine Anlageklasse ist besonders populär.
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LondonNotenbanken kaufen mehr und mehr Aktien. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt gleich zwei unterschiedliche Studien, die eine beauftragt von der Großbank HSBC, die andere durchgeführt vom Londoner Think Tank OMFIF (Official Monetary and Financial Institutions Forum) und unterstützt von der DZ Bank sowie dem Schweizer Vermögensverwalter Quantum Global Group.

Bei der Umfrage im Auftrag der HSBC gaben mehr als ein Drittel aller befragten Notenbanken an, in Aktien anzulegen oder dies zu planen. Ähnlich viele gehen derzeit in ETFs oder wollen dies noch tun. 19 Zentralbanken gaben zu Protokoll, bereits Aktien zu besitzen oder dies innerhalb von fünf Jahren zu planen, nachdem es im Vorjahr nur 14 gewesen waren. Lediglich elf schlossen dies aus, da es ihnen entweder untersagt ist oder sie die Volatilität als zu hoch einschätzen.

„Angesichts des herausfordernden Umfeldes weltweit beleuchtet die Umfrage eine Reihe auffallender Trends wie die anhaltende Diversifikation von Anlagen und Währungen”, sagte Christian Deseglise, Leiter weltweit des Bereichs Zentralbanken und Reserven bei HSBC. Vor dem Hintergrund der weltweiten Reserven von fast 12 Billionen Dollar steigt der Druck, über den traditionellen Korb an Währungen hinaus zu investieren, um auf diese Weise eine verstärkte Diversifikation zu erzielen.

In ihrem Bericht zu den weltweiten Investitionen öffentlicher Institutionen (Global Public Investor Bericht), der die Anlagen von 157 Zentralbanken, 156 Pensionsfonds und 87 Staatsfonds genauer betrachtet, gelangt der Think Tank OMFIF zu ähnlichen Erkenntnissen: „Notenbanken auf der ganzen Welt, inklusive der europäischen Notenbanken, kaufen mehr und mehr Aktien als Teil einer Diversifikationsstrategie“, heißt es da. Die Zentralbanken seien damit zur treibenden Kraft an den internationalen Kapitalmärkten geworden.

Dabei ist das Interesse an Aktien nicht Ausdruck einer erhöhten Risikobereitschaft. Im Gegenteil: Aus der Umfrage geht hervor, dass die Verantwortlichen der Notenbanken die meisten Anlageklassen kurzfristig mit wachsender Skepsis betrachten, da sie einem Ende der Stimuli durch die US-Notenbank entgegen sehen. 60 Prozent der befragten Notenbanken in der Umfrage der HSBC rechnen mit Auswirkungen der Verringerung der US-Anleihekäufe auf die Verwaltung ihrer Reserven.

Dabei werden Verluste bei Anleihen durch steigende Renditen bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer als größte Gefahr in diesem Jahr angesehen. Mit der Bestnote „AAA” eingestufte Staatsanleihen gelten denn auch als weniger attraktiv als noch vor einem Jahr. Ähnlich zurückhaltend sehen 77 Prozent die Situation bei Rohstoffen und 56 Prozent die Lage bei Aktien an.

79 Prozent schätzen unterdessen den US-Dollar als aussichtsreicher als ein Jahr zuvor ein. Die Mehrheit ist zudem zuversichtlich gestimmt, was kanadischen und australischen Dollar, Yuan und Won angeht. Dagegen betrachten 62 Prozent den Euro nun als weniger aussichtsreich und über 80 Prozent hegen Zweifel an Schweizer Franken und Yen. Als aussichtsreich schätzen die Notenbanken auch die Schwellenländer ein. Weniger als ein Viertel will dort aber die Investitionen erhöhen.


Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umfrage HSBC: Notenbanken investieren stärker in Aktien "

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  • Leider nein - Da muss ich passen. Politik entzieht sich jeder Vernunft, so weit ich das beurteilen kann.

    Immerhin aber wissen wir, dass das Modell Lebensversicherung zuletzt eine Art Bondinvestition mit Garantie gegen Kursfall war. Die Rache des kleinen Mannes an der finanziellen Repression, sozusagen.

    Ich hoffe, dieser Hinweis hilft Ihnen weiter... :-)

  • "Warum so besorgt? Die Notenbanken haben bereits die Bondinvestoren beglückt, indem sie deren Kurse in den Himmel getrieben haben (und dort oben halten). "

    Das habe ich ja verstanden. Aber weshalb hat man diese so entstandenen Bewertungsgewinne den Investoren, wenn diese Lebensversicherungsnehmer waren, denn wieder per Gesetz weggenommen und den Vorständen der Versicherungen zur weiteren Boniverteilung übertragen?

    Können Sie mir dies auch erklären?

  • @Mazi

    Warum so besorgt? Die Notenbanken haben bereits die Bondinvestoren beglückt, indem sie deren Kurse in den Himmel getrieben haben (und dort oben halten).

    Jetzt sind wir Aktieninvestoren an der Reihe. Freu Dich, Mazi, und for allem: KAUFEN - KAUFEN - KAUFEN!!! Wer die Bondrally verpasst hat, kommt mit Aktien jetzt auf seine Kosten.

    Die offizielle Parole lautet: Die Notenbanken müssen (jetzt plötzlich) diversifizieren.

    Papperlapap. Die Wahrheit ist, dass die Notenbanken die Geldschwemme nicht mehr über die Bondmärkte unters Volk drücken können. Nach Zinsnull kommt ja nun einmal Anschlag.

    Die Aktien dagegen: Nicht einmal die Exosphäre ist die Grenze. Aktienkurse können viel höher steigen als Bondkurse, weil Bondkurse ja leider nicht mehr steigen dürfen, als die zugehörigen Zinsen fallen können.

    Jeder jammert ständig wegen der Geldschwemme.

    Macht doch euren Reibach stattdessen! Wen stört schon die Geldschwemme, so lange sie auf dem eigenen Konto stattfindet??

    Ihr sorgt Euch ständig wegen der finanziellen Stabilität. Das ist Käse von gestern. Die Finanzstabilität kommt so oder so nicht mehr zurück.

    Seit 25 Jahren wird ausschliesslich von jenen Kasse gemacht, die das Mantra unseres Zeitalters begriffen haben: NACH MIR DIE SINTFLUT!!

    Wer nicht mitmacht, bleibt halt aussen vor. Und sitzt noch mit seinem Sparbuch auf dem Trockenen, wenn die Realzinsen bei minus 15% liegen und die Erderwärmung den Harz zur Nordseeinsel gemacht hat.

    Denkt angelsächsich anstatt deutsch, dann findet sich der Rest von ganz alleine.



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