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Pessimismus der Aktien-Anleger nimmt wieder zu

Die steigenden Rohstoffpreise drücken auf die Stimmung der Anleger in Europa, Japan und den USA. Mehr Investoren als vor einem Monat rechnen mit fallenden Aktienkursen, wie eine Befragung von 3 189 Marktteilnehmern im Juni durch Bloomberg ergab.

HB FRANKFURT.Die steigenden Rohstoffpreise drücken auf die Stimmung der Anleger in Europa, Japan und den USA. Mehr Investoren als vor einem Monat rechnen mit fallenden Aktienkursen, wie eine Befragung von 3189 Marktteilnehmern im Juni durch Bloomberg ergab. Nach Ansicht der Befragten geht es für den Deutschen Aktienindex (Dax), den amerikanischen Standard & Poor's 500 Index, den britischen FTSE 100 Index und Japans Nikkei 225 Stock Average in den nächsten sechs Monaten ebenso abwärts wie für den französischen CAC 40 Index, den spanischen IBEX 35 Index, den italienischen S&P/MIB Index und den Schweizer Swiss Market Index.

Selbst im boomenden Brasilien, wo die Anleger weiterhin steigende Kurse erwarten, ist demnach die Euphorie inzwischen etwas gedämpft. Der MSCI World Index beendete im Mai eine neunwöchige Rally, nachdem er Mitte März auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten gesackt war. "Die Aktienmärkte werden in den nächsten Monaten wohl weitere Verluste verzeichnen", sagt Roberto Espinosa Rubio, Leiter der Derivate-Abteilung beim spanischen Broker Link Securities SV SA, "der hohe Ölpreis treibt die Inflation an, und die Notenbanken in Europa und den USA erwägen höhere Leitzinsen." Seit Anfang Mai kletterte der Ölpreis um 20 Prozent und erreichte vergangenen Woche einen Rekordwert von 139,12 Dollar je Barrel (ein Barrel entspricht 159,1 Liter). Auch andere Rohstoffe verteuerten sich.

Die steigenden Preise treiben die Inflation an. Das führt dazu, dass die Währungshüter beiderseits des Atlantiks mit dem Gedanken spielen, die zinspolitischen Zügel zu straffen. "Bei einem Ölpreis auf dem aktuellen Niveau sagen die Zentralbanker genau das Gegenteil dessen, was wir hören wollen2, so Aktienhändler Luis Benguerel von Interbrokers Espanola. Angesichts des hohen Ölpreises standen vor allem die Aktien von Fluggesellschaften auf der Verliererseite. Auch senkten die Verbraucher ihre Konsumausgaben.

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