Umfrage unter Bankern

Finanzprofis verlangen mehr Geld

Lokführer, Piloten, Erzieher – und jetzt auch die Banker: Eine Umfrage zeigt, dass sich Finanzexperten für unterbezahlt halten. Kreditinstitute zahlen immer geringere Gehälter – aus einem ganz einfachen Grund.
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Viele fühlen sich deutlich unterbezahlt. Quelle: ap
Banker und Händler an der Wall Street:

Viele fühlen sich deutlich unterbezahlt.

(Foto: ap)

New YorkDer einfache Mann auf der Straße wird wohl kaum sagen, dass die Bezahlung der Banker der Wall Street überraschend gering ist. Aber genau das behaupten die Finanzprofis. Auf die Frage, ob sie mehr oder weniger verdienen, als sie zu Beginn ihrer Karriere erwartet hatten, sagten 48 Prozent der Befragten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg: Die Vergütung ist geringer oder sehr viel geringer als erhofft. Lediglich 14 Prozent gaben an, dass die Bezahlung ihre Erwartungen übertroffen habe. Ein Drittel erklärte, der Verdienst sei in etwa so wie erwartet.

Und das ist nicht ihre einzige Sorge. Die Umfrage unter Händlern, Analysten, Fondsmanagern und Top-Managern zeigt die Befürchtungen vieler, dass der Finanzsektor weiter schrumpfen wird. Denn strengere Vorschriften würden auf die Gewinne drücken. Auch haben viele Umfrageteilnehmer wenig Vertrauen, dass die Aufseher den nächsten Finanzkollaps vermeiden können. Die Banken seien immer noch zu groß, als dass sie gebremst werden könnten.

„Hochzinsanleihen schießen durch die Decke“
London
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„Der britische Immobilienmarkt wird zusammenbrechen“

Bei ihren unwahrscheinlichen, aber nicht zu unterschätzenden Szenarien, geht die Saxo Bank unter anderem davon aus, dass der britische Immobilienmarkt zusammenbrechen wird. Die bevorstehende Zinserhöhung der Bank of England wird die Nachfrage einbrechen lassen und die Preise um 25 Prozent drücken.

Quelle: Saxo Bank, Outrageous Predictions

Bei den „Outrageous Predictions“ handelt es sich laut Saxo Bank um zehn Szenarien, die zwar unwahrscheinlich sind, bei Unterschätzung der mit ihnen einhergehenden Risiken jedoch enorme Folgen für die globalen Märkte hätten.

huGO-BildID: 40486846 A salesclerk (R) of a kimono shop tries to hand a leaflet to a passer-by in Tokyo on November 28, 2014. Japan released a string
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„Japans Inflation wird auf fünf Prozent steigen“

Japans Plan die Deflation zu bekämpfen, könnte in diesem Szenario nach Hinten losgehen. Die massive Geldflut der Bank of Japan könnte über ihr Ziel hinausschießen und eine übermäßige Inflation erreichen, weil das Vertrauen in den Yen erschüttert ist. Japan würde zunehmend die Kontrolle über die eigene Währung verlieren.

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„China wertet den Yuan um 20 Prozent ab“

China macht einen auf Japan und wertet beim Kampf gegen die Deflation die Währung massiv ab. Damit reiht sich die chinesische Zentralbank in den Abwertungswettlauf ein, um die eigene Wirtschaft zu stützen.

ECB President Draghi addresses during ECB news conference in Frankfurt
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„Mario Draghi legt sein Amt nieder und wird Italiens Präsident“

Ein unwahrscheinliches, aber mögliches Szenario: EZB-Chef Mario Draghi überlässt den Kampf für die Inflation und die Wirtschaft Europas einem anderen. Stattdessen kandidiert er als Präsident in Italien und erhält dafür eine Empfehlung des aktuellen Präsidenten Napolitano, der sich damit für die niedrigen Zinsen bei den Staatsanleihen bedankt.

huGO-BildID: 40671774 Russian President Vladimir Putin speaks with President of the Russian Academy of Sciences Vladimir Fortova during a meeting of
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„Russland rutscht in die Schuldenkrise“

Der niedrige Ölpreis und die weitere Isolation durch den Westen werden Russland immer stärker zu schaffen machen. Russland werde unter Vladimir Putin (links) so tief rutschen, dass Verhältnisse wie während der Schuldenkrise 1998 entstehen werden.

mazon's Bezos to be 'bold' despite failures
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„Hacker zerschlagen den E-Commerce“

Amazons Geschäftskonzept ist vollkommen vom Internet abhängig. 2015 könnten sich das Hacker zunutze machen und den E-Commerce angreifen. Das zerstörte Vertrauen der Nutzer führt dazu, dass beispielsweise bei Amazon die Umsätze um 50 Prozent zurückgehen. Auch andere Internethändler erleiden kräftige Einbußen.

Isländischer Vulkan Bardarbunga
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„Europa wird keinen Sommer erleben“

Der der bereits aktive isländische Vulkan Bardarbunga wird ausbrechen und giftiges Schwefeldioxid freisetzen. Der Himmel über Europa wird sich verdunkeln und das Klima wird sich verändern. Ängste vor Ernteausfällen werden die Getreidepreise in die Höhe treiben.

Die größten Banken stehen nach den Rettungsaktionen in den Jahren 2008 und 2009 unter dem Druck, ihre Kosten zu senken. Denn neue Vorschriften zwingen sie, weniger Fremdkapital zu nutzen, weniger Risiken einzugehen und aus einigen Geschäftsaktivitäten auszusteigen. Das bedeutet, dass die Vergütung gekürzt werden muss - ein Thema, das die Führungskräfte jedes Quartal diskutieren. Bei Telefonkonferenzen zu den Quartalszahlen rühmten sich unter anderem der Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley, James Gorman, und die Finanzchefin von JPMorgan Chase, Marianne Lake, sie hätten die Mitarbeitervergütung gemessen am Anteil der Erträge gesenkt.

Der Trend ist eindeutig. Goldman Sachs hatte für die Vergütung im vergangenen Jahr 12,7 Milliarden Dollar oder 36,8 Prozent der Erträge zurückgelegt. Seit dem Börsengang der Bank im Jahr 1999 war die Quote nur einmal niedriger: 2009 mit 36 Prozent. Die durchschnittlichen Zahlen für 2014 liegen bei 373.265 Dollar pro Mitarbeiter, verglichen mit 504.750 Dollar 2007.

„Sie verdienen immer noch anständiges Geld, aber das ist nichts im Vergleich zu 2007”, sagt Jeanne Branthover, Leiterin des Bereichs Finanzdienstleister bei der Personalberatung Boyden Global Executive Search. „Es ist schwieriger, einen großen Bonus zu bekommen, weil mehr Faktoren ins Spiel kommen, unter anderem, wie gut die gesamte Firma abschneidet.” Die Vergütung von Bankern auf der Buy- Side seien hingegen gut, berichtet Branthover. „Bereiche wie die Vermögensverwaltung haben während der Krise nicht stark gelitten, sondern machen sich gut”, sagt sie.

Rosige Zukunft? Fehlanzeige!
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