Umfrage unter Sparern: 80 Prozent würden bei Minuszinsen das Konto räumen

Umfrage unter Sparern
80 Prozent würden bei Minuszinsen das Konto räumen

Die Aussage ist eindeutig: Sollten Banken negative Zinsen für Privatanleger einführen, würde ein Großteil der Deutschen ihr Geld vom Konto nehmen. Ausgeben wollen viele das Geld aber nicht, sagt eine Studie der ING-Bank.

DüsseldorfDen Mittelstand hat er schon getroffen und auch Privatanleger könnten bald nicht mehr von ihm verschont bleiben: dem negativen Zins auf ihr Bankguthaben. Käme es dazu, würden 80 Prozent der Deutschen ihr Geld vom Konto nehmen, hat nun eine Umfrage der ING-Bank in Europa ergeben.

Machen die Sparer Ernst mit ihrer Ankündigung, dürfte die Europäische Zentralbank damit alles andere als zufrieden sein. Der Umfrage zufolge würde nämlich nur ein Bruchteil der Befragten das Geld für Konsum ausgeben – doch das ist das eigentliche Ziel, das die Zentralbanken mit ihren Negativzinsen verfolgen.

Stattdessen würden sich viele Deutsche nach anderen Anlageformen umschauen. Weil aber auch an den Märkten gerade turbulente Zeiten herrschen, würden 44 Prozent der Befragten einen „sicheren Aufbewahrungsort“ für das Ersparte bevorzugen. Von Negativzinsen dürften also vor allem Tresorhersteller unmittelbar profitieren.

Das Ergebnis ist auch deshalb interessant, weil erst bei Minuszinsen viele Sparer auf die Geldpolitik der Zentralbank reagieren würden. Trotz Minizinsen haben aktuell der Umfrage zufolge nur gut ein Viertel aller Deutschen ihr Sparverhalten geändert. Bislang sei vor allem die Einkommensentwicklung für das Sparverhalten der Anleger verantwortlich.

So sind die Deutschen noch immer Aktienmuffel. Nur 21 Prozent der Befragten haben ihr Geld in Aktien angelegt. Auch in Mieteigentum haben bislang nur 27 Prozent ihr Vermögen gesteckt. Der Studie zufolge würde bei solch alternativen Anlageformen zur Zeit noch das Motto gelten „nur schauen, aber nicht anfassen“.

Für 36 Prozent der Deutschen dürfte die Diskussion über Minuszinsen ohnehin keine Relevanz haben. So hoch ist der Umfrage zufolge der Anteil an Menschen, die über gar keine Ersparnisse verfügen. Insgesamt zehrten in ganz Europa im vergangenen Jahr 27 Prozent der Befragten von ihren Ersparnissen, lediglich 19 Prozent konnten einen Anstieg ihres Vermögens verzeichnen.

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