Umfrage zum Sparverhalten
In der Krise sparen die Deutschen

Wenn die Deutschen etwas können, dann ist es das Sparen. Das war schon vor der Krise so und hat sich jetzt noch einmal verstärkt. Schon junge Leute legen Geld für das Alter zurück. Ein typisch deutsches Phänomen.

HB FRANKFURT. Die Deutschen halten ihr Geld zusammen. Zu diesem Ergebnis kommen gleich mehrere Studien. Die erste Umfrage stammt von AXA Investment Managers. Auf die Frage "Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten 50 000 Euro zur freien Verfügung - was würden Sie am ehesten damit tun?" antworteten demnach 65 Prozent der Befragten, dass Sie das Geld zurücklegen würden.

Der Ländervergleich zeigt, dass die Tendenz zum Sparen ein eher deutsches Phänomen ist: In Österreich und der Schweiz sank die Bereitschaft, das Geld zu sparen gegenüber dem Vorjahr. Bei den Österreichern stieg dagegen die Absicht, frei verfügbare Gelder in Immobilien zu investieren (2009: 35 Prozent; 2008: 28 Prozent), während die Schweizer das Geld verstärkt für größere Anschaffungen wie beispielsweise ein Auto oder in eine Weltreise nutzen würden (2009: 42 Prozent, 2008: 32 Prozent). Nur bei den Niederländern steht Sparen ebenfalls hoch im Kurs. 60 Prozent würden vor allem in Geldanlagen investieren (2008: 52 Prozent).

Im Gegensatz zu den USA sind die Europäer insgesamt viel zurückhaltender. "Die Europäer haben Risiken schon immer mehr gescheut als Amerikaner. In den letzten zwölf Monaten hat sich das noch verstärkt", sagt Gary Baker von der Bank of America gegenüber dem Wall Street Journal.

Eine Studie von TNS Infratest zeigt, dass in Deutschland offenbar mehr denn je die Devise gilt: Sicherheit geht vor Rendite. Beliebteste Geldanlage ist das traditionelle Sparbuch. Fast 42 Prozent wählen diese Sparform (plus 4 Prozentpunkte). Gut 30 Prozent Prozent sparen auf dem Girokonto, 26,7 Prozent mit einem Bausparvertrag. Aktien wählen nur noch 5,7 Prozent (minus 1 Prozentpunkt).

Und wofür sparen die Deutschen? Zwei Drittel der Befragten nannten die Altersvorsorge als erstes Sparmotiv, acht Prozentpunkte mehr als im Herbst vergangenen Jahres. Gut 60 Prozent gaben Konsum und Anschaffung an (plus 2 Prozentpunkte) und 51 Prozent legen für Wohneigentum Geld auf die hohe Kante (plus vier Prozentpunkte).

Aus einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken geht zudem hervor, dass gerade junge Leute regelmäßig etwas Geld zurücklegen. Von den 14- bis 24-Jährigen in Deutschland sparen 56 Prozent kontinuierlich. Vor drei Jahren sparten 51 Prozent, vor sechs Jahren 47 Prozent. Für die Umfrage wurden Anfang April 753 junge Leute zwischen 14 und 24 Jahre vom Ipsos-Institut befragt.

Direkt von der Konjunkturkrise betroffen sehen sich die meisten jungen Leute vorerst nicht. Die eigene wirtschaftliche Lage beurteilten 58 Prozent der 14- bis 24- Jährigen als gut und nur vier Prozent als schlecht. Die Lage ihrer Eltern empfinden 68 Prozent als gut. Beim Ansehen der Kreditinstitute hat die Krise dagegen Spuren hinterlassen. Eine gute oder sehr gute Meinung von Banken und Sparkassen haben demnach aktuell 71 Prozent. Vor drei Jahren waren es noch 77 Prozent.

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