UN-Organisation
China prescht bei Auslandsinvestitionen vor

Weltweit investieren Unternehmen nicht nur an ihrem Unternehmenssitz vor Ort, sondern auch im Ausland Milliarden. Laut einem UN-Bericht legen Firmen aus China dabei besonders stark zu.
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Das Interesse chinesischer Firmen an Käufen und Investitionen im Ausland reißt nicht ab: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat im vergangenen Jahr bei direkten Auslandsinvestitionen 44 Prozent zugelegt, wie die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) am Mittwoch in Genf berichtete. Mit 183 Milliarden Dollar Direktinvestitionen rückte China vom fünften auf den zweiten Platz der größten Auslandsinvestoren, hinter die USA.

Deutschland rutschte von Platz sieben auf Platz zehn. Die Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen schrumpften demnach im Jahresvergleich von 93 auf 35 Milliarden Dollar. Trotzdem listet die UN-Konferenz Deutschland hinter China und den USA als potenziell vielversprechendste Quelle auf Auslandsinvestitionen.

Besonders Unternehmen in Irland, der Schweiz und Deutschland hätten den Geldbeutel im vergangenen Jahr zugehalten, so die Unctad. Deshalb seien die ausländischen Direktinvestitionen solcher Firmen aus den Industrieländern insgesamt um 23 Prozent auf 515 Milliarden Dollar zurückgegangen. Insgesamt landeten die Niederlande aus Auslandsinvestor auf Platz drei vor Japan.

Ausländische Direktinvestitionen sind Kapitalanlagen von Unternehmen in anderen Staaten. Dazu zählen zum Beispiel der Bau eigener Werke, Kooperationen mit heimischen Partnern oder der Kauf von Aktienpaketen. Die Investoren versuchen so, niedrigere Produktionskosten auszunutzen, Wechselkursrisiken zu umgehen und einen besseren Marktzugang im Zielland zu erhalten.

Laut Unctad profitierten Industrieländer von wachsenden Direktinvestitionen: plus fünf Prozent auf eine Billion Dollar. Im Rest der Welt wurde insgesamt weniger investiert: minus 14 Prozent. Besonders betroffen waren Asien und Lateinamerika. Weltweit schrumpften die ausländischen Direktinvestitionen um zwei Prozent auf 1,75 Billionen Dollar. Die Unctad, die den Handel zwischen Industrie- und Entwicklungsländern fördern will, rechnet mit einem Aufwärtstrend, das Hoch von 2007 werde aber längst nicht erreicht.

Die Digitalisierung sei eine Riesenchance für ärmere und aufstrebende Länder, aber dafür seien erhebliche Investitionen aus dem Ausland nötig, erklärte die UN-Organisation. „Die digitale Wirtschaft ist ein wichtiger Faktor, um Wachstum und Entwicklung zu fördern“, heißt es in dem Bericht. Darin lägen neue Chancen für Unternehmer, die einfacher Zugang zu internationalen Märkte und Wertschöpfungsketten bekämen. „Ausländische Direktinvestitionen sind für Entwicklungsländer eine Schlüsselquelle der Finanzierung“, so die Unctad. Sie seien deutlich stabiler und erheblich höher als etwa Entwicklungshilfe oder Rücküberweisungen von Arbeitern im Ausland.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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