Unterbewertete Aktien
So finden Sie Perlen an der Börse

Die Aktienmärkte haben in diesem Jahr schon kräftig zugelegt. Trotzdem gibt es weltweit immer noch jede Menge unterbewertete Aktien. Wir verraten, wer Ihnen bei der Suche hilft und welche Papiere infrage kommen.
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DüsseldorfDie Meinung, die Börse sei wie ein Kasino, ist weit verbreitet. Selbst viele, die dort spekulieren, meinen das. Zumindest benehmen sie sich so. Sicher, nicht immer geht es rational zu. Aber das heißt noch nicht, dass alles nur Zockerei ist. Gerade in Zeiten, in denen der Markt in die eine oder andere Richtung übertreibt, lässt sich der Grundstein für künftige Gewinne legen. Der intelligente Investor wittert dann seine Chance – und geht auf die Jagd nach Schnäppchen.

Obwohl die meisten Aktienmärkte in diesem Jahr schon kräftig zugelegt haben – der Dax um 21 Prozent –, gibt es weltweit immer noch jede Menge unterbewertete Aktien. Man muss sie nur finden.

Wie das geht, kann keiner besser erklären als dieser Mann: Benjamin Graham. Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Fondsmanager ist zwar schon ein paar Jährchen tot, er hat von 1894 bis 1976 gelebt. Doch haben seine Lehren nichts an Bedeutung verloren. Graham ist der Erfinder des sogenannten „Value Investing“ (Value, zu Deutsch: Wert). Sein 1949 erschienenes Buch „The Intelligent Investor“ handelt davon, wie man Unternehmen ausfindig macht, die weniger kosten, als es dem wahren Wert entspricht. Es gilt bis heute als Standardwerk.

Value Investing gehört zu den erfolgreichsten Anlagestrategien überhaupt. Trotzdem ist die Zahl ihrer Anhänger überschaubar. Die Strategie ist etwas für Leute, die keine Angst davor haben, gegen den Strom zu schwimmen. „Als Value Investor zu agieren, bedeutet üblicherweise, abseits der Menge zu stehen, konventionelle ‚Weisheiten‘ in Zweifel zu ziehen und sich gegen die vorherrschende Meinung zu stellen“, erklärt Christian Kahler von der DZ Bank. Die Genossenschaftsbank hat ein eigenes Team für Value Investing gegründet.

Value bringt es vor allem dann, wenn es an den Märkten turbulent zugeht; weniger gut funktioniert der Ansatz, wenn die Märkte auf breiter Front zulegen. Dann verliert man mit Value zwar nicht, aber man gewinnt mit anderen Methoden mehr.

Was heißt das für die aktuelle Lage? Angefeuert vom billigen Geld der Notenbanken sind die Kurse bereits kräftig gestiegen. Gut möglich, dass der Dax noch etwas mehr zulegen kann und die Marke von 8.000 Punkten erreicht. Aber mit jedem Punkt, den der Index höher klettert, wird die Luft dünner. Dass die Aktienmärkte vor einer jahrelangen Rally stehen, ist jedenfalls angesichts der Schuldenkrise eher unwahrscheinlich. Die hochverschuldeten Staaten werden auf Jahre hinaus nur ein niedrigeres Wirtschaftswachstum aufweisen. Damit dürften auch die Gewinne der Unternehmen geringer als in der Vergangenheit wachsen. Und damit schwindet auch die Aussicht auf üppige Kursgewinne.

Kommentare zu " Unterbewertete Aktien: So finden Sie Perlen an der Börse"

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  • Gerade gesehen und darüber hier gelandet, Kommentar zu diesem Artikel auf Mr-Market.de und sehr treffend:

    "Artikel im Handelsblatt als schönes Beispiel, warum die Aktienkultur in Deutschland so unterentwickelt ist und wohl bleibt. Wir beginnen mit Benjamin Graham. Aber anstatt sich mit dessen spannender Strategie zu beschäftigen landen wir beim unvermeidlichen Otte und Plattheiten wie dem KBV, das in Zeiten von IFRS nur noch wenig Aussagekraft hat.

  • @gutmenschensucks
    Sie haben recht. 2007-2008 war der Höhepunkt. Aber, ab dann ging tendenziell nach Süden. So siehts für mich kein Outperformer aus. Siehe Apple oder Google.

  • @kuac: Ich erlaube mir Ihnen Licht ans Fahrrad zu machen: Salzgitter hatte sein Höchstkurs am 12.07.2007 mit 158,90 Euro erreicht. Danach gings bergab. Warum? nun, weil Salzgitter ein sogenannter zyklischer Wert ist, der von der Konjunktur abhängig ist. Der Stahlmarkt ist zur Zeit noch gesättigt. Die Betonung liegt auf "noch". Nicht nur Salzgitter hab ick auf'n Radar. Kloeckner find' ick viel spannender. Aber da jeht det noch een bisken nach unten, da sich ne SKS-Umkehrformation bildet. Ick prognostiziere abwärts bis 5,55 Euro, aber dann werd ick ooch diesen spott billigen Wert einsammeln. Übrigens, denkt an K+S. Oooch ne SKS-Umkehrformation im Anmarsch. Nur invers, dit heißt nach oben, wa! Am Wochenende wirds kalt und dit fängt an zu schneien, wa. Und dann kommen noch de Zahlen am 13.11.12. Ick bin dabei; wie bei de Dt. Bank, wa.

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