Untergangspropheten
Celente: „Ich erwarte einen Bankenansturm“

Gerald Celente, Gründer des Trends Research Institute in Rhinebeck, USA, erwartet noch in diesem Jahr zehntausende Firmenpleiten. Die Arbeitslosenrate werde auf das Niveau der 30er Jahre steige.

Wohin steuert die Wirtschaft?

Im Moment sieht alles nach Deflation aus. Im Dezember sind die US-Einzelhandelsumsätze um ein Fünftel bis ein Drittel gefallen. Und diese Umsätze machen den Großteil der Konsumausgaben aus. Ich erwarte Zehntausende von Geschäftsschließungen. Deshalb steuern wir nach der Krise der privaten Immobilien bei den gewerblichen Immobilien in eine weitere und größere Krise. Ich sehe schon gespenstisch leere Einkaufspassagen vor mir. Die US-Arbeitslosenrate wird das Niveau der 30er-Jahre erreichen, der Zeit der großen Depression.

Was passiert an den Kapitalmärkten?

Den Dow-Jones-Index sehe ich auf bis zu 6 000 Punkte fallen - von jetzt 8 500. Auch die europäischen Aktienmärkte können leicht 20 Prozent verlieren. Wir werden erleben, dass größere Staaten in die Zahlungsunfähigkeit schlittern. Warum Anleger noch Staatsanleihen kaufen, ist mir unverständlich. Die Rettungs- und Konjunkturprogramme werden wegen der immensen Verschuldung den Dollar drücken und inflationär wirken. Schon in diesem Jahr erwarte ich einen Bankenansturm. Auch deshalb bleiben wir optimistisch für Gold.

Wie geht es gesellschaftlich und geopolitisch weiter?

Ich erwarte soziale Unruhen in den USA, in China und Indien. Das wäre nur logisch, wenn immer mehr Menschen arbeitslos und verzweifelt sind, sich hilflos fühlen. Vor allem die Amerikaner werden überrascht sein. Sie glauben bisher, die wirtschaftliche Lage kann gar nicht so desolat werden, dass Unruhen möglich wären. Einige Amerikaner bringen bereits ihr Geld außer Landes. Sie suchen Sicherheit, auch für den Fall eines plötzlich verordneten Banken-Feiertages mit Schalterschließungen - weil Kunden ihr Geld zurückverlangen.

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