Unternehmen verdienen deutlich mehr als erwartet
Börsen ignorieren gute Quartalsergebnisse

Besser als erwartet verlaufen die Unternehmensberichte zum ersten Quartal. Der Finanzdatendienst Thomson Financial meldet, dass die Ergebnisse in den USA im Schnitt um 4,8 Prozent über den Analystenprognosen lagen.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Bei Thomson laufen die Prognosen aller großen Banken und der Firmen selbst zusammen. Amerikanische und europäische Unternehmen fahren Rekordgewinne ein.

Zwar schneiden die Firmen fast immer ein wenig besser ab als erwartet. Aber der Abstand liegt in den USA bislang über dem langfristigen Mittelwert von 3,1 Prozent und auch über dem positiven Überraschungsfaktor von 4,2 Prozent im vergangenen Quartal. Dennoch sinken die Aktienkurse, seitdem der Aluminiumhersteller Alcoa als erstes seine Bilanz präsentierte. Weltweit sanken die großen Börsenindizes.

Ursache sind nicht die Quartalsergebnisse, an denen sich die Finanzmärkte normalerweise orientieren. „Wichtiger ist die sinkende Liquidität, weil die US-Notenbank die Zinsen erhöht. Deshalb ziehen Anleger Risikokapital ab“, sagt Rolf Elgeti von ABN Amro in London. Er rechnet ungeachtet der guten Ergebnisse in den nächsten drei bis sechs Monaten mit weiter nachgebenden Börsen. Neben der geringeren Liquididät belasten Frühindikatoren wie das sinkende Verbrauchervertrauen in den USA, und die verringerte OECD-Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft die Börsen.

Mit Ausnahme weniger, dafür namhafter Ausreißer wie General Motors und IBM überraschte die Mehrheit positiv. Thomson erwartet, dass die S&P-500-Firmen ihre Erträge im vergangenen Quartal um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert haben. Vor gut einer Woche lag die Prognose noch bei 8,6 Prozent. Unverändert bleibt indes, dass in den USA wie auch in Europa das Wachstumstempo insgesamt abnimmt.

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