Unwissende Deutsche
Keine Ahnung von Zinsen und Prozenten

Mit nur wenigen Dingen beschäftigen sich die Deutschen so ungern wie mit der Geldanlage. Dabei ließe sich mit mehr Vorwissen mehr Rendite erzielen.
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FrankfurtEs geht in beiden Fällen um viel Geld, und trotzdem gehen sie die meisten Deutschen völlig unterschiedlich an: Interessieren sie sich für ein neues Auto, dann wälzen sie wochen- oder gar monatelang Prospekte, machen Probefahrten und Sonntagsausflüge zu Autohäusern. Geht es um Themen wie Altersvorsorge oder die Anlage einer fünfstelligen Summe, dann wird dies häufig als lästige Pflichtaufgabe betrachtet, die möglichst schnell erledigt werden soll. „Natürlich machen die Prospekte von Autos tendenziell mehr Spaß als die von Fonds und Zertifikaten“, sagt Dominik Georgi, Professor an der Frankfurt School of Finance and Management.

Schon seit längerem beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, warum die breite Masse der Bevölkerung den Umgang mit Finanzprodukten als mühsam und zäh, oft gar als unverständlich empfindet. Das liegt zum einen an der Finanzindustrie mit ihren komplizierten Produkten und einer Sprache, die selbst Menschen vom Fach überfordert. „Es gibt Produkte, die ich nicht verstehe, dabei bin ich lange dabei“, sagt beispielsweise Günter Birnbaum, Abteilungsleiter bei der Finanzaufsicht Bafin.

Es sind aber auch die Kunden selbst mit ihrer geringen Finanzbildung. „Financial Literacy“ ist der Begriff, mit dem die Wissenschaft die Bildung der Bevölkerung in Finanzdingen bezeichnet. Die wird anders als in Ländern wie den USA, Großbritannien, Japan und Australien hierzulande von staatlicher Seite noch immer eher stiefmütterlich behandelt.

Martin Weber, Professor an der Universität Mannheim und seit Jahren einer der führenden Verfechter für mehr finanzielle Allgemeinbildung, macht das mangelnde Wissen am Beispiel eines gewöhnlichen Fonds fest. Wer ein solches Produkt kauft, der hat einmalige Kosten beim Kauf und laufende Kosten für die Verwaltung. „Die Leute schauen aber nur auf die einmaligen Ausgabeaufschläge und vergessen die laufende Managementgebühr“, sagt er. Ähnlich ist es mit der Angabe der direkten Kosten („absolut“) und deren indirekter Angabe in Prozent („relativ“). „Die Leute brauchen absolute Zahlen, mit relativen können sie nicht umgehen“, sagt Weber.

Dabei ließe sich mit einer entsprechenden Grundausbildung in Finanzdingen durchaus eine lukrative Rendite bei geringeren Kosten erzielen. In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben Andreas Hackethal und Michael Haliassos, beide Professoren an der Frankfurter Goethe-Universität, herausgefunden, dass sich die Depots von Anlegern, die sich bei ihrer Bank beraten ließen, nicht besser entwickelten als die von Anlegern, die sich nicht beraten ließen. Stattdessen haben sich diese Investoren auf ihr eigenes Wissen verlassen. Der relativ einfache Grund für das Ergebnis: Durch falsche Anreize steht bei Beratern nicht der Kundennutzen an oberster Stelle. Stattdessen ist es für sie attraktiver, durch den Verkauf von Produkten an den damit verbundenen Provisionen zu verdienen.

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  • So wie ich mich auf meinen Arzt verlassen können muss (der hat schließlich Medizin studiert!), müsste ich mich auch auf Bank-/Finanzberater verlassen können (die haben schließlich auch ne Ausbildung, die ich nicht habe und eigentlich auch nicht in dem Maße haben muss!!)). Aber den Herren fehlt eine gewisse Ethik, die ich bei einem Arzt voraussetzen darf....
    Und deshalb müsste ich mich informieren, um den Herren/Damen Paroli bieten zu können. Wo, bitteschön, finde ich, verständlich geschrieben, solches Fachwissen in kompakter Form, ich bin gerne bereit, mich fortzubilden...

  • so sieht es aus,in Österreich war jeder an einer HAK,HBLA,und hatte zumindest wirtschaft als Schulfach.
    und keiner würde sich beschweren wenn die deutschen in deutsche Aktien investieren bevor es sowieso indirekt aber inkl.Gebühren wieder investiert wird.der Dax gehört zur Hälfte den Ausländern,sehr traurig

  • Und diese Ethikkommission besteht selbst redend aus Mitgliedern der Bundesregierung, der Banken ala Acki oder der Sparkassenverbände und der den Weg immer frei machenden Land-GENOSSEN..schaftsbanken.. Da ist jemand medial gehirngewaschen!!

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