Uran-Aktien
Börse setzt auf Atomkraft

Die enormen Energieprobleme der Welt werden in den kommenden Jahren ohne die Atomkraft – und damit ohne Uran als Rohstoff für den Betrieb von Kernkraftwerken – kaum zu lösen sein. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in der Entwicklung der Aktien von Unternehmen wider, die in der Suche, Exploration und Förderung von Uran tätig sind. Uran-Aktien strahlen am Börsenhimmel.

NEW YORK. Die Papiere erzielten während der vergangenen 18 Monate die größten Kurssteigerungen aller Branchen. Titel wie Energy Fuels und Strateco sind um rund 4 000 bzw. 2 000 Prozent, andere wie Forsys Metals und Tournigan Gold um mehrere hundert Prozent in die Höhe geschossen. Experten führen die Hausse der Aktien vor allem darauf zurück, dass die Finanzwelt erst spät die energetische Bedeutung des Urans erkannt hat.

„Der Preis für Uran U3O8 ist in den vergangenen sechs Jahren vor allem deshalb von rund sieben auf zeitweise über 130 Dollar je Pound gestiegen, weil über mehr als zwanzig Jahre hinweg weltweit viel zu wenig Geld in die Suche, Exploration und Förderung dieses Rohstoffs investiert worden ist“, sagt Thomas L. Neff vom Massachusetts Institute of Technology in Boston. Auf einer von der nordamerikanischen Investmentbank Raymond James & Associates organisierten Uran-Konferenz zeigte sich Neff sehr erstaunt darüber, wie wenig professionell die Manager von im Nuklearenergiegeschäft tätigen Unternehmen während der vergangenen zwanzig Jahre ihr Geschäft geführt haben.

Auf der Uran-Konferenz zeigten Vorstandschefs von Unternehmen wie Mega Uranium, Uranium One, Equinox Minerals und Tournigan die als ausgesprochen positiv bewertete Zukunft des Uranmarktes auf. Dieser sei nach wie vor von einem starken Nachfrageüberhang geprägt, sagt Bart Jaworsky, Minen-Analyst von Raymond James Canada. Konkret bedeutet das: Das Angebot aus der Primärproduktion – aus den Uranminen – liegt noch immer deutlich unter der aktuellen Nachfrage der Betreiber von Kernkraftwerken. Die Angebotslücke wird durch die offiziellen staatlichen Bestände einzelner Länder gedeckt. Zahlreiche neu geplante Atomkraftwerke dürften die Bedarfsdeckung in den nächsten Jahren zusätzlich erschweren.

„Der Uranpreis wird daher in den kommenden Jahren tendenziell wohl weiter steigen“, folgert Bart Jaworsky. Der Experte erhält bei dieser Prognose Unterstützung durch Jeff Combs, Präsident der auf den Uranmarkt spezialisierten Beratungsfirma Ux Consulting Co. Das Unternehmen hat im Mai gemeinsam mit der New York Mercantile Exchange (Nymex) erstmals standardisierte Terminkontrakte (Futures) auf Uran kreiert.

Nur wenn die afrikanischen Staaten Namibia und Niger oder die Minenunternehmen in Kasachstan ihre Produktion rasch erhöhen könnten, sei ein Rückgang des Uranpreises möglich, meint Combs. Er beschreibt allerdings auch expressis verbis die Gefahr eines Schocks auf der Angebotsseite. Komme es zu Produktions- oder Lieferunterbrechungen – zum Beispiel durch Streiks oder durch witterungsbedingte Störungen –, dürfte der Preis für Uran U3O8 noch weiter in die Höhe schießen.

Vor diesem Hintergrund ist jene Euphorie zu sehen, die bei Minengesellschaften in Kanada ausgebrochen ist. Immer mehr Unternehmen finanzieren sich über Börsengänge (IPO) an der für Venture Capital bekannten Börse in Vancouver. Auch bereits produzierende Uranfirmen wie Denison Mines nutzen das gute Klima für Kapitalerhöhungen. „Damit wollen wir das Problem der stagnierenden Produktion beseitigen“, sagt Denison-Vorstandschef E. Peter Farmer, der zudem hofft, so wirksamer dem Mangel an Fachkräften begegnen zu können.

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