US-Aktien
Wall Street hofft auf gute Quartalszahlen

Nach einem starken ersten Halbjahr sollen die US-Konzerne die Aktienrally mit guten Quartalszahlen weiter anheizen. Der Optimismus an der Börse ist groß. Doch der Arbeitsmarkt könnte die Bullenträume durchkreuzen.
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DüsseldorfSchuldenkrise in Europa, Schuldenkrise und drohende Zahlungsunfähigkeit in Amerika, dazu reichlich Zweifel an der Stärke der US-Wirtschaft. Das Umfeld für Aktien könnte wahrlich besser sein. Doch die Anleger an den Börsen lassen sich die Stimmung nicht vermiesen. Im ersten Halbjahr haben die internationalen Aktienmärkte im Schnitt deutlich zugelegt.

Besonders gut schneiden derzeit die US-Börsen ab: Der Dow-Jones-Index hat seit Jahresbeginn ein Plus von mehr als neun Prozent angesammelt und zählt damit zu den Top-Indizes weltweit. Der breiter gefasste S&P 500 legte fast sieben Prozent zu.

Glaubt man US-Analysten, wird sich der positive Trend im zweiten Halbjahr fortsetzen und 2011 somit zu einem überdurchschnittlichen Börsen-Jahrgang machen. In einer Umfrage von Bloomberg zur Entwicklung des S&P 500 bis Jahresende sagten nur drei von 14 Aktienstrategen einen Rückgang voraus. Im Schnitt erwarten die Bankexperten einen Index-Stand von 1.401 Punkten - das wäre ein Plus von vier Prozent gegenüber dem aktuellen Stand von 1.343 Zählern. Die Optimisten sehen noch deutlich mehr Potenzial: Am weitesten lehnt sich die Deutsche Bank aus dem Fenster. Ihr US-Stratege Blinky Chadha sieht den S&P Ende des Jahres auf Allzeithoch bei 1.550 Punkten.

Die Zuversicht der Börsianer speist sich aus der Gewinnentwicklung der Unternehmen, oder zumindest aus der Hoffnung auf weitere Gewinnsteigerungen. Die Gewinne steigen in den USA zurzeit deutlich schneller als die Aktienkurse. "Die zentralen Fundamentaldaten, steigende Gewinne und die Bewertung liefern weiter Unterstützung für US-Aktien", schreiben die Analysten von Exane BNP Paribas in einem aktuellen Kommentar. Sie erwarten, dass der S&P 500 gegen Jahresende auf 1.450 Punkte steigen wird.

Allerdings haben sich die Aussichten ein wenig getrübt: Für die Berichtsaison zum zweiten Quartal, die Alcoa heute Abend traditionell eröffnet, erwarten Analysten im Schnitt einen Gewinnanstieg von 13 Prozent. Das wäre der schwächste Wert seit dem dritten Quartal 2009. In den ersten drei Monaten waren die Erträge noch um 19 Prozent gewachsen.

Mit Enttäuschungen rechnet Jörg Boysen, Fondsmanager bei Union Investment, angesichts der zurückgenommenen Erwartungen nicht. "Die ersten Zahlen von kleineren Unternehmen, die bereis im Juni berichtet haben, waren überwiegend positiv, und so dürfte es bei den Großkonzernen weitergehen. Die Mehrheit der US-Unternehmen dürfte die Erwartungen erfüllen", erwartet Boysen.

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