US-Aktienmärkte Goldman Sachs warnt vor einer Korrektur

Die US-Bank rät ihren Kunden, sich auf fallende Kurse an den Aktienmärkten einzustellen. Dafür gebe es eine „hohe Wahrscheinlichkeit“ in den kommenden Monaten. Löst ein Bärenmarkt die Rally in den USA ab?
Update: 30.01.2018 - 14:17 Uhr 4 Kommentare
Anleger sollten auf Zeiten achten, in denen der Optimismus für überbewertete Kurse sorgt und sie anfällig für Enttäuschungen macht. Quelle: AP
Händler an der Börse New York

Anleger sollten auf Zeiten achten, in denen der Optimismus für überbewertete Kurse sorgt und sie anfällig für Enttäuschungen macht.

(Foto: AP)

DüsseldorfPeter Oppenheimer, leitender globaler Aktienstratege bei Goldman Sachs, wagt den Blick voraus: „Was auch immer der Auslöser sein mag, eine Korrektur in den nächsten Monaten scheint eine hohe Wahrscheinlichkeit zu sein.“ Diesen Kommentar hat er am Montag dieser Woche geschrieben. Tatsächlich hat sich der US-Auswahlindex S&P 500 in den vergangenen Monaten ungewöhnlich entwickelt: Das wichtigste Börsenbarometer der Welt habe den längsten Zeitraum seit 1929 ohne eine Korrektur von mehr als fünf Prozent erreicht, erklärt der Stratege. Er rät seinen Kunden, sich nun auf eine Korrektur vorzubereiten. Über die Warnung hatte zuerst das US-Medium CNBC berichtet.

Auch der Volatilitätsindex „CBOE Volatility Index (VIX)“ – das sogenannte Angstbarometer der Börse – steigt. Der VIX notierte zuletzt oberhalb von 13,21 - Monate zuvor lag dieser Index auf einem Rekordtief von unter neun.

Der Volatilitätsindex VIX gibt die vom Markt erwartete kurzfristige Schwankungsintensität (implizite Volatilität) anhand von Optionspreisen auf den S&P 500 über 30 Tage in Prozentpunkten an. Dieser Indikator spiegelt die Erwartungen der Anlageprofis wider. Ein hoher Wert weist auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte lassen eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten.

Über die Richtung der Änderung, also steigende oder sinkende Kurse, gibt er keinen Aufschluss. Zwischen VIX und S&P 500 liegt fast immer eine gegenläufige Korrelation vor. Steigt die Volatilität des VIX an, dann fällt in der Regel der S&P 500. Fällt die Volatilität des VIX, dann steigt der S&P 500.

„Der Anstieg der Volatilität während einer Marktrally kann teilweise steigende Risiken widerspiegeln“, erklärt Oppenheimer. Es könne aber auch die bullishe Bereitschaft von Anlegern zeigen, dass man bereit ist, einen Aufschlag zu zahlen, um das Aktienportfolio zu vergrößern. Anleger sollten auf Zeiten achten, in denen der Optimismus für überbewertete Kurse sorgt und sie anfällig für „kleine Enttäuschungen“ macht. Ein gutes Zeichen dafür sei, dass alle Nachrichten gute Nachrichten seien. „Der Markt steigt beispielsweise mit steigenden Zinserwartungen, da dies als Bestätigung für starkes Wachstum gesehen wird“, erläutert der Stratege.

„Unser Bull/Bear-Marktindikator liegt auf einem hohen Niveau, obwohl die Fortsetzung der niedrigen Kerninflation und die lockere Geldpolitik darauf hindeuten, dass eine Korrektur wahrscheinlicher ist als ein Bärenmarkt“, schreibt Oppenheimer weiter. Doch der Stratege wäre nicht überrascht, wenn es in den nächsten Monaten zu einer Neubewertung der Risiken eines bevorstehenden Bärenmarktes kommen sollte. „Drawdowns (Korrekturen) in Bullenmärkten von zehn Prozent oder mehr sind keine Seltenheit“, fügte Oppenheimer hinzu. „Die durchschnittliche Bullenmarkt-Korrektur beträgt 13 Prozent über vier Monate und benötigt nur vier Monate, um sich zu erholen.“

Die Zuflüsse in Aktien sind nach Meinung des Experten gestiegen, da eine „Angst vor dem Verpassen“ die Anleger kopfüber in Aktien treibt. Zu Beginn dieses Monats verzeichneten Aktienfonds und ETFs, die sich auf Aktien konzentrieren, einen neuen Rekordstand mit einem Volumen von 58 Milliarden Dollar, den höchsten jemals während eines Zeitraums von vier Wochen.

Während Goldman Sachs sicher ist, dass Aktien für eine Korrektur „überfällig“ sind, glauben andere Analysten, dass Investoren sich darauf vorbereiten sollten, bei Anzeichen von Schwäche zu kaufen. Und selbst Oppenheimer relativiert: „Trotz des starken makroökonomischen Ausblicks sollte daran erinnert werden, dass es in der Regel besser ist, einen Markt zu kaufen, wenn die Nachrichten schlecht und die Bewertungen niedrig sind, als wenn alle Nachrichten gut und die Bewertungen hoch sind.“

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4 Kommentare zu "US-Aktienmärkte: Goldman Sachs warnt vor einer Korrektur "

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  • Wo sollen die Reichen ihr Kapital anlegen....x y Das Ziel ist doch nicht das Geld, wie Sie meinen, sondern die Sachen. Ob die Börse hoch oder Tief notiert ist egal, wichtig ist doch nur wem gehören die Sachen. Grund, Fabriken und am Ende die Welt. Wird aber nichts, weil
    der Besitz des Deckhaufens im All sinnlos ist.

  • Die neue Realität sieht anders aus.

    Immer weniger Menschen haben immer mehr.

    Extrembeispiel:
    Wieso sollte die Börse fallen wenn alles nur noch einer Person gehört?

    Wo sollen die Reichen ihr Kapital anlegen, wenn alles aufgeblasen ist? Wieso würden sie massiv Kapital aus einer Anlageklasse abziehen? Krieg?

    Na ja, was Goldman sagt...

    Die Zyklen der Vergangenheit kann man nicht mehr ohne weiteres an die heutige Zeit anwenden, zumal die Automatisierung der letzten Jahre exponentiell zugenommen hat.

    So gesehen kann es noch lange ohne Crash weitergehen. Die höchste Gefahr für die Wirtschaft bilden die sehr vielen unterdrückten Menschen. Wenn sie ihre Einstellung zum Streik z.B. ändern und das hässliche Gesicht der heutigen Eliten herausfordern, kann man durchaus mit einer größeren Korrektur rechnen.

  • Spiegel-Kloni hätten Sie heute Aktien gekaut, gäbe es morgen was warmes zum Essen. So aber bleibt Ihre Küche hat un des war nix mit dem Wienerwald.

  • Wenn was dauernd steigt, dann kann es auch mal wieder fallen.

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