US-Wahl und die Börse: US-Präsidenten haben keinen entscheidenden Einfluss auf die Börse

US-Wahl und die Börse
Crash-Gefahr Trump, Rally-Garantie Clinton?

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US-Präsidenten haben keinen entscheidenden Einfluss auf die Börse

Normalerweise glaubt Budelmann an den Spruch von den politischen Börsen. Der Berenberg-Experte geht jedoch davon aus, dass es diesmal anders ist. Die Wahlen in den USA könnten einen stärkeren Einfluss auf die Aktienmärkte haben. „Zwar blicken die Medien vor allem auf die beiden Kandidaten“, sagt Budelmann. „Wir halten die Wahl des Abgeordnetenhauses aber für viel entscheidender.“ Drei Szenarien seien denkbar. Seiner Ansicht nach ist das beste und zugleich auch das wahrscheinlichste Szenario für die Märkte ein Wahlsieg der Demokratin Clinton, während die Republikaner die Mehrheit im Abgeordnetenhaus verteidigen. Dann könnte das System der ‚Checks and Balances‘ funktionieren.

Diese Kontrollfunktion des Abgeordnetenhauses wäre nicht mehr gegeben, wenn das zweite Szenario eintritt: Ein haushoher Sieg Clintons, der indirekt auch zur Machtübernahme der Demokraten im Senat und sogar im Abgeordnetenhaus führt. „Dann könnte sie ihre Politik nahezu unkontrolliert umsetzen“, so Budelmann. „Es würde wahrscheinlich höhere Steuern und mehr Regulierung geben.“

Für problematisch hält er auch das dritte Szenario: ein Wahlsieg Trumps und einen republikanischen Kongress. „Wenn Trump gewinnt, dürften die Aktienkurse aufgrund steigender Unsicherheit erst einmal auf breiter Front fallen“, so der Fondsmanager. „Wenn hingegen unser bevorzugtes Szenario eintritt, gäbe es wahrscheinlich Erleichterung am Markt und tendenziell Kursgewinne“. Auch ist er überzeugt, dass nicht nur der US-Markt vom Wahlausgang betroffen sein wird: „Ein Trump-Sieg könnte am Folgetag vielleicht sogar ein kurzfristiges Minus von fünf Prozent im US-Aktienindex S&P 500 auslösen. In Europa würden die Aktienmärkte dann aber wahrscheinlich sogar noch deutlicher fallen.“

Und wer ist auf Sicht mehrere Jahre besser für die Börse? Die Wall Street setzt aktuell auf die Demokratin Clinton. Die Parteizugehörigkeit des US-Präsidenten hat mittel- bis langfristig allerdings keinen entscheidenden Einfluss auf die Aktienrenditen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim, die die Ergebnisse sämtlicher US-Präsidentschaftswahlen seit dem Zweiten Weltkrieg und die Entwicklung des US-Aktienmarktes unter den verschiedenen Amtsinhabern analysiert. Die Ergebnisse der Analyse lassen außerdem an der Allgemeingültigkeit zweier populärer Börsenweisheiten zweifeln: Bereinigt um 2008, den Höhepunkt der Finanzmarktkrise, trifft es weder zu, dass Wahljahre keine Aktienjahre sind, noch dass die Kapitalmärkte von republikanischen Wahlsiegen profitieren.

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Kommentare zu " US-Wahl und die Börse: Crash-Gefahr Trump, Rally-Garantie Clinton?"

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  • @Thomas Behrends
    Es ist schon erstaunlich wie Sie über andere Länder/Bürger urteilen...

    Trump ist, wie so Viele in den USA, ein Gaukler, Lügner und Betrüger !!!

    ...in diesen Satz beleidigen Sie nicht nur den Kandidaten Trump sondern auch gleich die gesamte US Wählerschaft.
    Diesen Satz sollte mal die Hillary sagen....vielleicht entspricht es auch deren Vorstellungen über das US Wählervolk.....mann oh mann...Sie tun mir nicht einmal mehr leid.
    Danke!

  • Wie verlogen die ganzen medialen Artikel rund um den BREXIT und das britische Pfund sind, erkennt man daran, dass man uns seit Jahren erzählt wie gut eine Weichwährung Namens Euro für unsere Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze ist. Bei den Briten ist nun plötzlich alles anders. In Bezug auf Inflation, Zinsniveau und Arbeitslosigkeit gehört die britische Wirtschaft zu den stärksten Europas. Die Briten exportierten in 2015 für 442.00 Billionen US$ (Stand 11.2015). Als Exportland profitieren die Briten doch von einem schwachen Pfund, ebenso steigt die Wettbewerbsfähigkeit und die Jobangebote. So wurde es uns d0och im Euro doch jahrelang erzählt, eine schewache Währung ist super für eine Exportnation, sie schafft neue Arbeitsplätze und lässt unsere Produkte im Ausland billig verkaufen. Jetzt plötzlich soll der BREXIT und der Kusrverfall des Pfunds der Untergang des Vereinigten Königreichs bedeuten? Ich lach mich tot. Genau das Gegenteil wird passieren, die Briten wqerden genau wie die Schweizer massiv davon profitieren, nicht mehr an den Euro angekoppelt zu sein. Klar wollen die Brüssler Technokraten nicht, dass der BREXIT ein Erfolgsmodell wird, weil nämlich dann noch weitere EU-Staaten erkennen würden, dass es für sie lohnender ist, aus dem Euro und der EU auszutreten. Wir werden nach Strich und Faden belogen, gerade so, wie man es aktuell benötigt. Jetzt wo endlich mal wieder die Löhne steigen, wird von den Ökonomen und den Wirtschaftsverbänden sofor wieder unsere angeblich fehlende Produktivitätssteigerung in Frage gestellt. Man erinnere sich an den Mindestlohn, welche Medienkampagnen dagegen gefahren wurden. wie vor Arbeitsplatzverlusten und einem Millionenheer neuer Arbeitsloser gedroht wurde. Und jetzt, nachdem der Mindestlohn eingeführt wurde, ist genau das Gegenteil davon passiert. Viele Unternehmen suchen Mitarbeiter und können Stellen nicht besetzen.

  • Hallo Thomas,

    nun ja, ich habe halt mit den Medien und ihren Lohnschreibern fertig.
    Ich wollte es hier nur nochmals erwähnt haben, damit es zur Kenntnis genommen wird.
    Letztlich können wir uns hier einen Wolf posten, es nützt nichts, weil die Ignoranz dominiert und die Einsicht und der gesunde Menschenverstand fehlt. Mit Ideologen. Systemgewinnern und Technokratie und Eurofanatiker kann man eben nicht auf Augenhöhe diskutieren, weil Sie immer ein Todschlagargument gegen mögliche Alternativen vorbringen können. Ein einmal eingeschlagener zudem falscher Weg ist unumkehrbar und alternativlos. Egal ob Globalisierung, Euroeinführung, Bankenrettung, usw.. Wenn man immer wieder die gleichen Fehler macht, erhält man eben immer wieder dasselbe Endergebnis. Schade das Politik, Wirtschaft und Medien anscheinend nicht in der Lage sind, selbstkritisch die Fehler der Vergangenheit zu benennen und für die Zukunft nachhaltige und gesellschaftskonforme Gegenmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Kein Aktionismus sondern nachhaltige funktionsfähige Gesellschaftsmodelle, die den Menschen und nicht nur dem Kapital zugute kommen. Ich hoffe, dass ich dies noch erleben werde. Viele Grüße in den hohen Norden!

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