USA
Rezessionsangst bremst Geschäft an der Wall Street

Anleger halten sich angesichts der wachsenden Unsicherheiten zurück, an der Wall Street ist das Handelsvolumen auf den tiefsten Stand des Jahres gesunken: Am vergangenen Dienstag wurden lediglich 1,2 Millionen Aktien gehandelt.

Bloomberg NEW YORK. Mit der Sorge vor einer konjunkturellen Abschwächung in den USA ist das Handelsvolumen an der Wall Street auf den tiefsten Stand des Jahres gesunken. 1,2 Mill. Aktien wurden am Dienstag an der New York Stock Exchange (Nyse) gehandelt - der niedrigste Wert seit Anfang Januar.

Die Investoren reagierten angesichts der anhaltenden Revisionen von Gewinnprognosen kurz vor der Vorlage von Unternehmenszahlen zum ersten Quartal zögerlich. Sie kauften oder verkauften daher weniger Aktien. Im Durchschnitt der vergangenen vier Handelstage betrug das Volumen 1,24 Mrd. Stück, was rund 27 Prozent unter dem Durchschnittswert seit Jahresbeginn von 1,69 Mrd. Stück lag.

Seit Jahresbeginn hatten Aktienanalysten ihre Prognosen für die Gewinne der im Aktienindex S&P 500 gelisteten Unternehmen geradezu im wöchentlichen Rhythmus gesenkt, was vornehmlich mit der Gefahr einer Rezession in den USA begründet wurde. Inzwischen wird von den Analysten für das erste Quartal insgesamt ein Gewinneinbruch von 11,3 Prozent erwartet. Zum Jahresbeginn war noch mit einem Plus von 4,7 Prozent gerechnet worden.

"Angesichts der wachsenden Unsicherheit über die Auswirkungen der Konjunkturabschwächung auf die Unternehmensgewinne agieren die Anleger derzeit besonders zurückhaltend", sagt Chief Investment Officer Jack Albin von der Harris Private Bank in Chicago.

Zuletzt hatte die US-Notenbank in einem am Dienstag veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der Federal Reserve vom 18. März als Folge der Finanzkrise vor einer schrumpfenden Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte gewarnt. Gleichzeitig gibt es dicke Fragezeichen bei der Bewertung des US-Finanzsektors - einer Branche, die mit 17 Prozent im S&P 500 besonders schwer gewichtet ist. Rund um den Globus haben Banken und Brokerhäuser bereits mehr als 230 Mrd. Dollar abschreiben müssen. Ein Ende ist wegen der anhaltenden Subprime-Hypothekenkrise offenbar nicht in Sicht.

"Es ist eigentlich nichts erkennbar, was die Märkte kurzfristig anschieben könnte", sagt Aktienhändler Jonathan Corpina von Meridian Equity Partners. Sein Kollege Michael Nasto von der Brokerfirma U.S. Global Investors ist optimistischer und rechnet mit einem anziehenden Handelsvolumen im Laufe der Berichtssaison. Er setzt auf die Gewinnprognosen für das Restjahr 2008 als Impulsgeber.

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