Verhandlungen mit IWF stecken in Sackgasse
Argentinien-Anleger verlieren Hoffnung

Schlechte Nachrichten für Argentinien-Anleger. Ein Treffen von Rodrigo Rato, Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Argentiniens Präsident Néstor Kirchner brachte für die Investoren keinen Fortschritt in der fest gefahrenen Umschuldungsdiskussion.

BUENOS AIRES. Als einziges konkretes Ergebnis des rund einstündigen Treffens versprach Rato, dass der IWF einen Zahlungsaufschub von insgesamt einer Mrd. Dollar erwägen werde, die Argentinien bis Ende des Jahres leisten muss. Kirchner verpflichtete sich im Gegenzug, bis Ende dieses Jahres gut 1,4 Mrd. Dollar nicht aufschiebbare Fälligkeiten an den IWF zu bedienen.

Argentinien wurde Ende 2001 gegenüber seinen privaten internationalen Gläubigern zahlungsunfähig und will nun in wenigen Wochen endlich ein offizielles Angebot zur Umschuldung von gut 100 Mrd. Dollar vorlegen. Mit dem IWF hatte Argentinien im September 2003 ein dreijähriges Kreditabkommen abgeschlossen, mit dem aber nur die in dieser Zeit fälligen Zahlungen Argentiniens an den Währungsfonds refinanziert werden.

Seit Anfang August liegt dieses Abkommen jedoch praktisch auf Eis. Argentinien ist nicht bereit, die vom IWF geforderten Strukturreformen zu realisieren und will auch bei der notwendigen Umschuldung keine Zugeständnisse machen. Das Abkommen und entsprechend auch alle Kreditauszahlungen des IWF sollen deshalb nach dem Willen der Regierung bis Ende des Jahres ruhen, bis die Schuldenrestrukturierung vollendet ist. Ein Teil der bis dahin fälligen Zahlungen an den IWF soll aufgeschoben, ein weiterer Teil von Argentinien beglichen werden.

Ratos Besuch in Buenos Aires war ein letzter Versuch, zu einer Einigung zu gelangen. Doch der IWF-Chef stieß mit seinen Forderungen, den Primärüberschuss für die Haushalte 2005 und 2006 höher als die bisher geplanten drei Prozent anzusetzen und das Umschuldungsangebot an die privaten Gläubiger zu verbessern, auf taube Ohren.

Seite 1:

Argentinien-Anleger verlieren Hoffnung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%