Vermögensanlage
Hedge-Fonds sind den Millionären zu teuer

Es gibt kaum noch Rendite bei vielen Anlagen. Deshalb schaut die vermögende Kundschaft sehr viel genauer auf die Gebühren einzelner Produkte. Und wer zu teuer ist, fliegt ganz schnell aus dem Depot.
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Das Vermögen der Familie von Daniel Lubin geht zurück auf seinen Großvater, dessen Firma eine Creme zur Behandlung eines Windelausschlags entwickelt hatte. Jetzt übernimmt der 52-jährige Lubin mehr Kontrolle über diese Gelder und verlagert die Investments weg von auswärtigen Fonds und hin zu direkten Investments.

So wie er denken immer mehr Verwalter von so genannten “Family Offices”, also Gesellschaften, die sich um das Vermögen einzelner Familien kümmern. Sie ziehen - nicht zuletzt aufgrund der hohen Gebühren - immer mehr Mittel von Hedgefonds und Buyout-Gesellschaften ab.

Im vergangenen Jahr haben die Family Offices den Anteil an Direktinvestments in Privatunternehmen und Immobilien in ihren Portfolios auf durchschnittlich elf Prozent aufgestockt - verglichen mit einem Anteil von sechs Prozent in 2009, wie aus einer Studie der Wharton Global Family Alliance hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

“Wer ein Drittel oder die Hälfte seines Portfolios bei Firmen angelegt hat, die 2 und 20 Prozent Gebühren verlangen, erkennt auf einmal, dass er dadurch die Hälfte seiner Rendite verliert”, sagt Lubin mit Blick auf die Gebühren vieler Private-Equity- und Hedgefonds. Diese verlangen traditionell zwei Prozent des verwalteten Vermögens und 20 Prozent des Gewinns als Gebühren. “Das macht keinen Sinn. Da muss es etwas Besseres geben.”

Viele der Family Offices, die das Vermögen einer einzelnen Familie verwalten (Single-Family Offices, SFOs) verlegen sich aufgrund der sinkenden Renditen und Bedenken, dass es zu Interessenskonflikten bei den Vermögensverwaltern kommen könnte, verstärkt auf direkte Investments, wie aus der Wahrton-Studie hervorgeht.

Gewöhnlich verwalten diese SFOs ein Vermögen von mindestens 100 Mio. Dollar - oder von deutlich mehr, wie im Fall von Michael Dell von Dell Inc. oder Bill Gates, dem Co-Gründer von Microsoft.

“Als Ergebnis der Wirtschaftsrezession und der Finanzkrise haben wir fundamentale Änderungen gesehen”, sagt Raphael Amit, der Chairman der Wharton Global Family Alliance, die zur University of Pennsylvania in Philadelphia gehört. Sie ist auf vermögende Familien und ihre Geschäfte spezialisiert.


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