Vermögensplanung
Sparen im Lebenszyklus

Vermögensstrukturierung – das ist mehr als Vermögensverwaltung und klingt nicht zuletzt nach einer Spielwiese für Millionäre. Doch auch für geringere Anlagesummen sollte eine genauso sorgfältige Anlagestrategie aufgestellt werden wie für Millionenbeträge.

HB OBERAUDORF. Frank Hensel, Vertriebsdirektor bei der Postbank Vermögensberatung, betont: "Die herkömmliche Anlage in einem Depot aus Aktien und Rententiteln ist nicht mehr zeitgemäß. Wir empfehlen einen finanzplanerischen Ansatz, bei dem zu Beginn eine detaillierte Datenaufnahme steht, die uns erlaubt, die Strukturierung der Anlage den beruflichen und sonstigen Verhältnissen des Kunden anzupassen."

Zu Beginn des Berufslebens geht es in der Regel um langfristigen Vermögensaufbau, hierzu können beispielsweise Investmentfonds, auch in Form von Sparplänen, dienen. Angesichts der vieljährigen Laufzeit der Anlage können kurzfristige Wertschwankungen "ausgesessen" werden, da durch das Ansparen über Jahre hinweg der "Cost-average-Faktor" sowie der Zinseszinseffekt zum Tragen kommen. Daneben sollte als kurzfristig verfügbarer "Risikopuffer" unbedingt ein möglichst liquider "Notgroschen" angespart werden.

Je weiter der Vermögensaufbau fortschreitet, desto wichtiger wird ein renditeoptimierter Mix aus verschiedenen Anlageklassen. Den Ausgangspunkt jeder Überlegung zur "richtigen" Zusammensetzung eines Portfolios bildet nach wie vor die Theorie des amerikanischen Ökonomen und Nobelpreisträgers Harry Markowitz. Ihm gelang der Nachweis, dass ein Portfolio aus Anlageobjekten, die sich voneinander unabhängig entwickeln, einem klassischen Wertpapierportfolio sowohl hinsichtlich der erwarteten Rendite als auch hinsichtlich der Schwankungsbreite dieser Rendite, die üblicherweise als Risikomaß verwendet wird, überlegen ist.

Kennt man also die Korrelationen der Wertentwicklung der einzelnen Asset-Klassen, so ist eine je nach Renditepräferenz und Risikotoleranz des jeweiligen Anlegers optimale Portfoliozusammensetzung errechenbar. Wichtigster Grundsatz ist hierbei: "Never put all your eggs in one basket", das heißt, unverzichtbar ist eine Verteilung des anzulegenden Kapitals auf verschiedene Anlageklassen, deren Wertentwicklung möglichst voneinander unabhängig ist. Denn: Ein Übergewicht an börsennotierten Titeln setzt das Portfolio einem unnötig hohen Wertschwankungsrisiko aus.

Professor Franz-Joseph Busse von der Munich University of Applied Sciences erklärt: "Aufgrund der geringen Abhängigkeit ihrer Wertentwicklungszyklen von Börsentrends wirken geschlossene Fonds im Rahmen der Portfoliostrukturierung risikodämpfend und renditesteigernd. In einer Studie konnten wir darüber hinaus nachweisen, dass der größte Teil des in Deutschland in geschlossenen Fonds investierte Anlegerkapitals offensichtlich erfolgreich verwaltet wird."

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Eine theoretisch saubere Einbeziehung nicht börsennotierter Anlageobjekte in die Portfoliooptimierung ist erst möglich, wenn Zeitreihenanalysen über deren Wertentwicklung vorliegen. Professor Busse errechnete deshalb Performance-Charts für geschlossene Fonds, die erstmals die Kalkulation der Korrelationen zu anderen Anlageklassen ermöglichen. Damit ergeben sich für den privaten Anleger Möglichkeiten der Portfolio-Optimierung, die bislang weitgehend nur von institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen genutzt wurden.

Reichen die Mittel für eine solche Allokation nicht aus, so sind mittlerweile verschiedene Portfolio-Fonds auf dem Markt, die dem Anleger die eigenhändige Portfolio-Zusammenstellung abnehmen. Allerdings sollten sie sorgfältig daraufhin überprüft werden, ob sie wirklich eine saubere Risikostreuung über unabhängige Assetklassen vornehmen.

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