Vermögensverwalter
Allianz der Kleinen

Mit eigenen Investmentfonds toppen selbstständige Vermögensverwalter die großen Banken. Welche am erfolgreichsten sind.

Lange hegte der Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben seine Exklusivität. In seinem Londoner Büro betreute er nur eine handverlesene Schar vermögender Privatkunden und institutioneller Anleger. Das ist Vergangenheit. Seit einigen Monaten berät von Witzleben einen fürs Publikum zugänglichen Investmentfonds mit deutschen Aktien. Hier ist jeder Anleger auch mit schmalem Budget willkommen.

Verglichen mit anderen deutschen Vermögensverwaltern ist von Witzleben ein Spätstarter im Fondsgeschäft. So berät der Pullacher Vermögensverwalter Jens Ehrhardt schon seit den Achtzigerjahren Publikumsfonds. Bis heute sind ihm immer mehr unabhängige Börsenprofis gefolgt. Nach Schätzung des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) sind derzeit 300 so genannte Private-Label-Fonds auf dem deutschen Markt. Das Geschäft der Fondsberater außerhalb der großen Finanzkonzerne brummt: Die von Ehrhardt beratenen Fonds sind mittlerweile 3,2 Milliarden Euro schwer. Bis zu den 108 Milliarden Euro, die Marktführer DWS (Deutsche Bank) betreut, klafft allerdings noch eine große Lücke.

Motivierte Spezialisten

Der Abstand dürfte gewaltig bleiben. "Die unabhängigen Fondsboutiquen werden Nischenanbieter bleiben", prognostiziert Detlef Glow, Leiter des Fondsresearchs bei der Ratingagentur Lipper Deutschland. So sei es nur konsequent, wenn sich Nebenwerteexperten wie Karl Fickel von Lupus Alpha oder Manfred Piontke und Martin Wirth von Frankfurt Performance-Management auf ihr Spezialgebiet beschränkten. "Da können sie den großen Anbietern leichter den Rang ablaufen", sagt Glow.

Und sie haben noch einen zweiten Wettbewerbsvorteil, glaubt Lutz Gebser, VuV-Vorstandsvorsitzender: "Die Motivation als selbstständige Unternehmer: Wer mäßige Leistung abliefert, kann seinen Ladendicht machen." Die Existenz angestellter Fondsmanager sei weit weniger bedroht - solange sich der Fonds dank aufwendigen Marketings weiterhin gut verkaufe. Gebser: "Den privaten Fondsboutiquen fehlt eine bekannte Marke, sie können nur über eine gute Wertentwicklung Geld einsammeln."

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