Vermögensverwalter
Die Erben sind wählerischer

Die nächste Generation der Erben schaut auf Billionenbeträge. Privatbankiers versuchen, sich früh auf die neuen Reichen einzustellen.

Paris Hilton, Erbin des gleichnamigen Hotel-Imperiums, ist für viele reiche amerikanische Eltern der Albtraum einer Schwiegertochter. Die 24-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass viel Geld zu erben für sie vor allem eins bedeutet: Fun. Jüngste Errungenschaft der Millionenerbin: ein rosarotes Motorrad mit 100 000 Kristallklunkern. "Im Vorbeigehen am Motorradshop" habe sie bemerkt, so Miss Hilton, dass sie "gern ein eigenes Motorrad hätte". Die Viertelmillion Dollar, die es kostet, tut ihr nicht weh. Es sei "die größte Angst reicher Amerikaner", so die US-Anlegerzeitung "Barron's", "dass eines ihrer Kinder als neue Paris in den Medien auftauchen könnte".

Töchter und Söhne, die demnächst in Dollar schwimmen, gibt es reichlich. Nicht nur in den USA. Rund zwei Billionen Euro werden allein in Deutschland in den nächsten zehn Jahren vererbt. 1970 betrug eine durchschnittliche Hinterlassenschaft noch 28 000 Mark; 20 Jahre später hatte sich der Betrag schon versiebenfacht, bis 2010 soll er auf 295 000 Euro ansteigen.

Viele Vermögens-Übergänge

Die Summe ist allerdings durch einzelne Riesenvermögen verzerrt: "Viele große und sehr große private Vermögen werden bald auf die nächste Generation übergehen", sagt Dirk Drechsler, Gesellschafter der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Damit kommt auch der Markt für Vermögensverwaltung in Bewegung. "Die neuen Besitzer sind längst nicht so loyal gegenüber ihren Bankiers wie ihre Eltern und Großeltern", sagt Markus Hampel, Geschäftsführer eines Family Office, das komplette Familienvermögen verwaltet.

Die Bedürfnisse der Kunden ändern sich mit dem Generationswechsel erheblich: Waren früher die drei Hauptanliegen der betuchten Klientel laut einem Genfer Bankier "Diskretion, Diskretion und Steueroptimierung", so legen die jüngeren Kunden mehr Wert auf Transparenz. "Sie stellen viel konkretere Fragen als ihre Eltern: ,Wie haben Sie das gemacht, warum nicht stattdessen dieses oder jenes, welche steuerlichen Auswirkungen hat das für mich?‘ ", sagt Tom Friess vom VZ Vermögenszentrum, "sie sind weniger bereit, schlechte Renditen auszusitzen".

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