Vermögensverwalter im Interview
„Ohne Staatsanleihen gibt es keine Sicherheit“

Die Schuldenkrise in Europa hat die Anleger verunsichert. Wenn Staaten von der Pleite bedroht sind, sind Staatsanleihen dann überhaupt noch sicher? Ja, sagt Martin Weinrauter, Vermögensverwalter aus Königstein. An Staatsanleihen mit bester Bonität führe keine Weg vorbei. Außerdem ließen sich Gewinne auch mit fallenden Anleihenkursen erzielen.
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Herr Weinrauter, die Schuldenkrise macht vielen Investoren zu schaffen Wie reagieren Sie?

Die sogenannte Staatsschuldenkrise beeinflusst unsere strategische Vermögensaufteilung keinesfalls. Wir investieren den europäischen Rentenanteil ausschließlich in deutsche Staatsanleihen und damit in beste Schuldnerbonität und höchste Liquidität. Weder Bonität noch Liquidität sehen wir in Gefahr. Die Kursentwicklung ist ein anderes Thema, ebenso das Timing: Wir sind bereits seit zwei Monaten nahezu vollständig gegen Kursrückgänge der Anleihen gesichert. In Portfolios, die anlagestrategisch entsprechend aufgestellt sind, haben wir zudem Kursgewinne mit fallenden Anleihenkursen erzielt.

Was halten Sie von Gold zur Absicherung?

Zur Absicherung von was? Keinesfalls zur Absicherung von Anleihen. Falls Gold eine gute Absicherung vor fallenden Anleihenkursen wäre, dann hätte der Goldpreis in den vergangenen drei Jahren nicht steigen dürfen, denn die Zinsen sind gefallen und die deutschen Staatsanleihen haben hohe Kursgewinne erzielt. Falls diese Korrelation bestehen bleiben würde, dann müssten Anleihenkurse und Gold auch gleichzeitig fallen und die Wertentwicklung des Portfolios erst recht unter Druck setzen. Falls sie das nicht tun, dann gibt es auch keinen verlässlichen Zusammenhang zwischen der Wertentwicklung von Gold und Anleihen und die Frage erübrigt sich grundsätzlich.

Können Sie sich vorstellen, von Staatsanleihen auf Aktien umzusteigen?

Nein. Das ist aus unserer Perspektive gesehen nicht erforderlich. Aktien und Staatsanleihen haben ein vollkommen unterschiedliches Chance-Risikoprofil. Beides spielt im Portfolio eine Rolle, kann aber keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden. Die einzige Ausnahme wäre ein Szenario, in dem davon ausgegangen werden müsste, dass selbst Staatsanleihen bester Bonität nicht zurückgezahlt werden. Aber das sehen wir zurzeit - Krise hin oder her - nicht einmal als Möglichkeit.

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Kommentare zu " Vermögensverwalter im Interview: „Ohne Staatsanleihen gibt es keine Sicherheit“"

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  • Wenn man genau liest, geht Herr Weinrauter davon aus, daß deutsche Staatsanleihen sicher, aber auch zinsmanipuliert sind: Das heißt, er geht auch davon aus, daß bei steigender Verschuldung unser Volk finanziell vom Staat zukünftig noch stärker ausgeplündert werden wird, um die bonität zu erhalten. Die Rechnung wird aber, so Weinrauter mutmaßlich, nicht ganz aufgehen, da mit einer Erhöhung der Leit- und Marktzinsen zu rechnen sein wird, vermutlich eher und dynamischer, als von den Marktteilnehmern erwartet:

    "Der aktuell in Deutschland gezahlte Zins entspricht nicht dem inflationsniveau und dem Wirtschaftswachstum. Das Problem wird nicht der Anstieg des Zinsniveaus sein, sondern die Frage, ob die Anleger anschließend von kurzen Laufzeiten rechtzeitig wieder in lange Laufzeiten wechseln. Wir glauben nicht, dass dies vielen gelingen wird."

    Fazit seines Statements: Marktturbulenzen und Wertverluste scheinen vorprogrammiert und wer informiert und frei in seiner Entscheidung ist, sollte Staatsanleihen meiden!

    Sein Wunsch nach "sicheren" Staatsanleihen mag verständlich sein, aber die Realität bewegt sich für absehbare Zeiten in genau die entgegengesetze Richtung.

  • Haha, ist der Typ Vermögensverwalter oder Vermögensminderer ?

    Die Aussagen von ihm stehen ohne Kontext im Raum - wäre mal interessant zu erfahren, welchen Track Rekord und wieviel Alpha er für seine Mandanten erwirtschaftet (über die letzten 5 Jahre). Ohne diese Angabe sind seine Statements einfach für den A..., weil wir als externe Leser nicht sehen können, wie sich seine Meinung (und somit auch seine Anlagestreuung) in Gewinn oder Verlust materialisiert.

    ich bin jedenfalls mal gespannt, was seine Mandantschaft sagt, wenn er Ende 2012 nicht mehr 200 Millionen verwaltet, sondern dann noch allenfalls 20 Millionen (der Rest ist dann verzockt worden mit angeblicher "Sicherheit" - nur eines ist sicher: der Tod, sonst nix).

  • ich werde hier und anderswo zukünftig nichts mehr posten. Ebenso werde ich im internet keine Nachrichten mehr lesen. ich sage ihnen auch warum. Es zieht einen selbst psychisch immer nur weiter runter, man wird selbst negativ, unzufrieden, wütend, aggressiv - es macht einen krank und unzufrieden.
    ich habe gestern meinen internetzugang gekündigt. ich werde mich zukünftig von allen negativen berichterstattungen in den Medien fernhalten, ebenso werde ich keine politischen "Talk"-Shows mehr anschauen.
    ich wünsche noch ein schönes Leben!

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