Vermögensverwalter im Interview
Sachwerte? Weg mit dem Plunder!

Gold, Wein, Oldtimer - seit der Finanzkrise investieren viele Anleger lieber in „schöne Dinge“ statt in Aktien oder Anleihen. Doch davon hält der Vermögensverwalter Uwe Zimmer gar nichts. Er setzt auf andere Werte.
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Herr Zimmer, Sie halten nicht viel von Sachwerte wie Gold, Wein oder Oldtimern. Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?
Das Problem ist, dass niemand den wahren Wert von einem Gemälde bestimmen kann. Warum eine mit Farbe versehene Leinwand um ein Millionenfaches mehr wert ist als eine andere, ist nur aus der Begeisterung für eine künstlerische Leistung zu verstehen, die aber auch wieder abebben kann. Ich denke, dass so etwas kein sicherer Aufbewahrungsort für das Vermögen ist. 

Das sehen viele Anleger genau andersherum.

Schöne Dinge wie Uhren, Schmuck oder alles was sich Sammlerstück nennt, sind nicht zum Geldverdienen gedacht. Es sind Gegenstände, die ihren Wert ausschließlich aus der gemeinsamen Übereinkunft beziehen, dass sie schön, erstrebenswert und wertvoll sind. 

Das klingt doch nicht schlecht. Kaufen Sie persönlich keine schönen Dinge?
Anfang der 1990er-Jahre habe ich französische Weine auf Grund von Empfehlung eines Weinkenners eingekauft. Diese waren zu dem Zeitpunkt sehr günstig. Der Verkauf hat sich gelohnt. Jetzt würde ich sagen: Weg mit dem Plunder! Nein, im Ernst, man kann all diese Dinge genießen und sich daran erfreuen. Das Geldverdienen ist damit nie planbar, sondern immer nur ein Zufall.

Was ist denn mit Gold?
Gold hat keinen produktiven Nutzen. Nur weil es so schön glänzt und nicht so häufig vorkommt, wird es so hoch geschätzt. 

Immerhin ist es ein Zahlungsmittel seit Jahrtausenden.
Von mir aus kann man sich Gold kaufen, wenn man meint, dass man unbedingt eine Versicherung gegen Katastrophen braucht. Aber bitte nicht mehr als fünf Prozent des Vermögens. Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr gesagt, dass die Rally beim Goldpreis vorbei ist. Dafür bin ich damals angefeindet worden. Damals stand Gold bei 1750 Dollar, jetzt bei 1200 Dollar. Und übrigens – Gold ist kein offizielles  Zahlungsmittel. 

Denken Sie, dass der Goldpreis weiter fällt?
Ich kann mir vorstellen, dass es in Richtung 1000 Dollar geht. Die Menschen haben weniger Angst, deshalb kaufen sie weniger Gold.

 

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Erst Dax 10.000, dann Hausfrauenhausse

Kommentare zu " Vermögensverwalter im Interview: Sachwerte? Weg mit dem Plunder!"

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  • Bei fortlaufender Geldmengenerweiterung seitens der Notenbank, die Entscheidung zu treffen, dass eine Investition in Aktien die beste Lösung ist, oder zumindest besser als Sachwerte, halte ich persönlich für grob fahrlässig. Gerade der Aktienmarkt ist durch Fehlentwicklungen gerade völlig überhitzt. Selbst die FOMC-Mitglieder sprechen von "exzessiven Risiken im Finanzsektor", eben dadurch begründet, dass der Wirtschaft immer wieder unnatürliches Geld zugeschoben wird. Auch die weiter bleiben Niedrigzinsen werden die Missstände in der Geldpolitik weiter vorantreiben.
    Siehe hierzu auch: http://www.goldpreis.de/News/Goldpreis+und+Tiefzinspolitik
    Gold ist nicht die Rettung, das ist klar, aber in einem angemessenem Anteil, kann es das Portfolio, dass aus mehreren Anlageprodukten stehen sollte, ausgleichen und helfen, Vermögen zu erhalten.

  • Aktien sind vor allem nicht die aus strategischer Sicht beste Asset-Klasse.
    Bedenken Sie: wir haben aus der Welt-Verschuldungsorgie, die unserem Fiat-Money-Schuldgeldsystem "geschuldet" ist, zwei Auswege:
    Ich bezeichne sie gerne kurz und prägnant als "Inflate or die", Mike Maloney etwas ausführlicher als:
    - "to default on the debt" (Staatsbankrott mit Währungsreform und Abschreibung der Schulden bei den Gläubigern mit entsprechendem Haircut) oder
    - "to hyperinflate it away" (also die Weimarer Variante)
    http://www.youtube.com/watch?v=yKjqHDb_Kjs
    Variante 1 kann man kontrolliert versuchen (Zypern war ein Test dazu), dagegen verläuft Variante 2 - wie die Geschichte gezeigt hat - fast immer chaotisch, und es kommt in aller Regel auch zur Verelendung der Massen.
    Es ist auch gar nicht so einfach, wie vielleicht vermutet wird, eine Hyperinflation zu erzeugen, wie Prof. Steve Keen hier anschaulich erklärt:
    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/im-gespraech-steve-keen-wir-sind-in-der-groessten-finanzblase-aller-zeiten-1236141-p4.html
    Was die USA betrifft, müsste die FED also mindestens 25 Billionen USD (!) direkt in Umlauf bringen.
    Darüber hinaus ist das "Schuldenproblem" ja global, und alle relevanten Zentralbanken "drucken Geld".
    Was geschieht nun mit Aktien?
    Bei Variante 2 würden sie erst einmal nominal (und real) weiter steigen - der deutsche Aktienindex erreichte auf dem Höhepunkt des Crack-Up-Booms im Dezember 1923 sage und schreibe 26.890.000.000.000,00 Punkte - sie überleben also "das Ende des Geldes", können aber danach durch die verheerenden realwirtschaftlichen Folgen trotzdem wieder massiv verlieren.
    Variante 2 heißt kurz und bündig: Aktiencrash infolge des deflationären Kollapses.
    Nun gibt es allerdings eine andere Asset-Klasse, die beide Varianten nicht zu fürchten braucht - und Aktien sind das eben nicht... ;-)

  • Nee, keine Sorge - ich bevorzuge statt diesem spröden Typ lieber den lustigen, megacoolen "Mogambo Guru" Richard Daughty. Ab 07:42 min wird´s hier Weltklasse:
    "There were 600 of them (Fiat Currencies) in just the first letter and a half of the alphabet! And...every...single...one...of...them...went...to...ZERO!"
    http://hiddensecretsofmoney.com/videos/episode-1
    Soviel zu dem "wertlosen Plunder"...
    Und Aktien kaufe ich erst wieder, wenn die Dow-/ Gold-Ratio auf 1 gefallen ist. Dann sind sie - in Echtgeld gemessen - wieder günstig.
    Ich wage einmal eine Prognose: Nachdem China den Yuan mit Gold gedeckt hat und USD und Euro auf ihren persönlichen inneren Wert gefallen sind, wird Vermögensverwalter Uwe Zimmer vermutlich ziemliche Probleme mit den dann Ex-Besitzern seiner von ihm verwalteten Vedrmögen bekommen...

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