Vermögensverwalter prognostizieren hohe Kapitalströme in die asiatischen Schwellenländer – Verlierer Westeuropa
Fondsindustrie setzt auf Fernost-Geschäft

Die asiatisch-pazifischen Schwellenländer werden in den nächsten Jahrzehnten immer mehr Anlegergeld anziehen. Die Bedeutung Westeuropas nimmt dagegen für Investoren ab. Das ist die Meinung von Fondsmanagern und Beratern in China und der wichtigen Sonderwirtschaftszone Hongkong.

HB SCHANGHAI. Daher treiben die Vermögensverwalter ihre Expansion in Fernost voran. Allerdings warnen die Fachleute, dass es trotz hoher Wirtschaftsraten in der Region auch zu Rückschlägen kommen kann.

Das stärkere Gewicht der Region kommt von zwei Seiten: Zum einen wird angesichts der demographischen Entwicklung und des Umbaus der Rentensysteme in Westeuropa auf Dauer eine internationale Streuung der Anlagen immer wichtiger, um auf Dauer hohe Renditen erzielen zu können. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt in einer aktuellen Umfrage unter 375 Finanzanalysten von Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen zu dem Schluss, dass eine internationale Diversifikation helfen kann, die negativen Auswirkungen alternder Gesellschaften auf die Kapitalmärkte abzumildern. Besonders sollte nach Meinung der Befragten der Anteil von Schwellenländern am Altersvorsorgeportfolio zunehmen. Dazu gehören neben Mittel- und Osteuropa vor allem auch China und andere asiatische Länder – Japan, das mit ähnlichen Problemen kämpft wie beispielsweise Deutschland, ist ausdrücklich ausgenommen. Joachim Faber, Vorstandsmitglied der Allianz, hält die Risiken für akzeptabel und sieht erhebliche Fortschritte bei Banken und Kapitalmärkten in Nordasien: „Die Regierungen etwa in Taiwan, Hongkong und jetzt auch in China sind dabei, Kapitalmarktregulierung und Aufsicht zu verstärken.“

Auch die asiatischen Märkte selbst stehen vor der Herausforderung, ihre Alterssicherungssysteme der sich verändernden Demographie anpassen zu müssen. Gleichzeitig findet in Ländern wie China ein Kulturwandel statt. Durch die wachsende Verstädterung und Mobilität wird die Tradition, die Alten in der Familie zu versorgen, zunehmend aufgebrochen. „Es müssen jetzt Rentensysteme etabliert werden, die neben einer Grundversorgung auch eine auf der eigenen Sparleistung basierende Altersversorgung ermöglicht“, sagt Stuart Leckie. Der ehemalige Chef von Fidelity in Asien berät jetzt China in diesen Fragen. Bei der Vorsorge in den einzelnen Ländern spielen Fonds eine hervorgehobene Rolle.

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