Vermögensverwalter
Tue Gutes und mache Gewinne

Firmen müssen die Umwelt und soziale Aspekte sowie Leitlinien guter Unternehmensführung (Corporate Governance) in ihre Politik einbeziehen, weil sie das Finanzergebnis von Investitionen beeinflussen. Dafür gibt es Nachweise. Dennoch meinen viele Großinvestoren, ihre Renditepflichten hinderten sie, diese Themen zu berücksichtigen.

HB BERLIN. "Das ist falsch", sagt Paul Q. Watchmann, Partner der internationalen Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. "Tatsächlich stellt die Missachtung solcher Aspekte oft einen Bruch der rechtlichen Pflichten institutioneller Investoren dar." Dies Resümee zieht eine Studie der Juristen im Auftrag der UNEP FI, der Finanzinitiative des Uno-Umweltprogramms, an der weltweit 200 Finanzinstitute beteiligt sind.

In allen neun geprüften Ländern, darunter Deutschland, fordere das Recht einen "korrekten Prozess". Das bedeute, alle für Anlagebeschlüsse relevanten Themen zu beachten. Da nachhaltige Aspekte oft den Anlagewert beeinflussten, sollten Vermögensverwalter und institutionelle Anleger sie bis zu einem gewissen Grad "bei jeder Entscheidung berücksichtigen", so Watchmann. Es gebe keine Rechtfertigung für "das Versagen, sie zu identifizieren und zu gewichten". Der Bericht schlägt vor, zumindest die Einhaltung internationaler Normen zu Menschenrechten und Umweltschutz zu prüfen.

In Deutschland müssen seit September neben Pensionsfonds auch Pensionskassen und betriebliche Direktversicherer offen legen, ob und wie sie öko-soziale Kriterien beachten. Sie haben dabei den Experten zufolge recht freie Hand, solange sie dem Prinzip möglichst sicherer und profitabler Anlagen entsprechen. Für Investmentfonds gibt es keine derartige Regelung. Ihre Pflicht ist, möglichst hohe Renditen für die Anleger zu erwirtschaften. "Das heißt aber auch: wenn öko-soziale Faktoren die Profitabilität erhöhen oder ihre Missachtung die Rendite senkt, müssen sie berücksichtigt werden", erläutert Juliane Hilf, Partnerin von Freshfields Bruckhaus Deringer.

Diese Ansicht teilt Daniela Mattheus vom Institut für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht in Heidelberg: "Fondsmanager müssen Wert und Gewinnerwartung von Unternehmen realistisch einschätzen - spielen dafür öko-soziale Kriterien eine Rolle, sind sie zu beachten." Sei es, dass Umweltschutzinvestitionen Betriebskosten senkten oder der Verzicht auf Kinderarbeit eventuell höhere Kosten verursache.

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