Vermögensverwalter
Wie Blackrock & Co. Flugtickets verteuern

Großinvestoren verhindern, dass sich ihre Unternehmen Gewinne abgraben. Den Preis dafür zahlen die Kunden, wie Wissenschaftler jetzt am Beispiel von US-Fluggesellschaften nachgewiesen haben.
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DüsseldorfDer Name Blackrock ist ein Nimbus. Der 4,7 Billionen Dollar schwere Vermögensverwalter aus den USA ist riesig und steckt Geld in Unternehmen und Anlageobjekte überall auf der Welt. Gleichzeitig gibt sich der Finanzgigant öffentlichkeitsscheu. Auftritte von BlackRocks Chef Larry Fink, wie bei einer Investorenkonferenz in New York vergangene Woche, sind sparsam dosiert. Kein Wunder, diesmal musste Fink mit anhören, wie Finanzprodukte seines Unternehmens als „extrem gefährlich“ beschimpft wurden. Die Kritik kam immerhin von Investorenlegende und Ebay-Großaktionär Carl Icahn.

Weniger plakativ, dafür wissenschaftlich umso fundierter, ist die Kritik an den Folgen von BlackRocks Investitionsverhalten, die eine viel beachtete neue Studie aus den USA nahelegt. Deren Ergebnisse dürften vor allem Wettbewerbshüter hellhörig machen. Der an der Universität Michigan forschende deutsche Ökonom Martin Schmalz und seine Co-Autoren José Azar und Isabel Tecu haben herausgefunden, dass die Beteiligungen großer Vermögensverwalter oder Fonds wie BlackRock, aber auch Fidelity oder State Street an mehreren Unternehmen einer bestimmten Branche den Wettbewerb zwischen ihren Portfoliogesellschaften einschränken können.

Das Trio hat dies am Beispiel amerikanischer Fluggesellschaften untersucht. Das Fazit: „Die Preise für Tickets liegen je nach Flugroute etwa um drei bis zehn Prozent höher als bei getrennter Eigentümerschaft.“

Auch in Deutschland hat die Studie Aufmerksamkeit erregt. Wissenschaftler Schmalz wurde dafür Ende Juni mit dem Young Innovators-Award der Frankfurter Goethe-Universität und des Kasseler Finanzdienstleisters Plansecur ausgezeichnet. Anders als Fusionen und Übernahmen lösen Simultanbeteiligungen in den meisten Ländern keine Prüfungen durch die Wettbewerbsbehörden aus. Der Düsseldorfer Wettbewerbsexperte Justus Haucap weist allerdings darauf hin, dass in Deutschland zumindest Minderheitsbeteiligungen vom Bundeskartellamt geprüft werden.

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