Vermögensverwaltung
Die Geldvermehrer der Gemeinden

Das Fachmagazin "Elite Report" und das Handelsblatt haben die besten kommunalen Vermögensverwalter prämiert. Eine neue Generation Kämmerer denkt um - Sicherheit steht an erster Stelle.
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KölnEs klingt abenteuerlich: Hunderte von Kommunen gingen vor der Finanzkrise Zinswetten mit Derivaten ein. Was eigentlich vor steigenden Zinsen schützen sollte, stellte sich als großes Verlustgeschäft heraus, wie etwa die Stadt Pforzheim schmerzhaft zu spüren bekam. Das Geld der Bürger wurde verbrannt. Doch die Kämmerer im Land denken nun um. Eine neue Generation von Finanzverantwortlichen schreibt die Vermögensverwaltung ihrer Kommunen aus und prüft genau, wem sie das Geld ihrer Bürger anvertraut. 18 besonders würdige Vermögensverwalter wurden gestern in Köln vom unabhängigen Fachmagazin "Elite-Report" und dem Handelsblatt als "Elite der kommunalen Vermögensverwalter" ausgezeichnet.

Zu den empfehlenswerten Häusern gehört nur ein kleiner Teil der 155 vom Wirtschaftsprüfer Rödl & Partner analysierten Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Depotbanken. "Bedenklich" findet Alexander Etterer, Partner bei Rödl & Partner, dass die wenigsten Vermögensverwalter tieferes Wissen über die Bedürfnisse der Kommunen hätten. So gelten der Analyse zufolge gerade einmal fünfzehn Vermögensverwalter als empfehlenswert.

Mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurden zudem drei Vermögensmanager mit besonderen Konzepten. Für ihre technische Verwaltungsleistung geehrt wurden fünf Kapitalanlagegesellschaften sowie eine Depotbank als Wertpapierdienstleister. Hervorheben will der Preis acht Kämmerer, die mit "viel Sachverstand und kritischem Geist" das Bürgervermögen managen, sagt Hans-Kaspar von Schönfels, Herausgeber des Fachmagazins "Elite Report".

Es geht um ein enormes Betätigungsfeld für Finanzspezialisten: Das Vermögen der Kommunen, in Stiftungen, Pensionsfonds sowie liquiden Rücklagen, wird auf rund 75 Milliarden Euro geschätzt. Kommunen gibt es mehr als 11.000 im Land.

Die Anforderungen nehmen zu, zeigt eine Studie unter 64 größeren Kommunen mit Vermögen von bis zu dreistelligen Millionen-Euro-Beträgen. Weiterhin fließt in die Bewertung eine Befragung von 155 Vermögensverwaltern, Kapitalanlagegesellschaften und Depotbanken ein. Zudem werteten die Experten 40 Ausschreibungen von Kommunen und eine Leumundsbefragung aus.

Die Analysen offenbaren Missstand wie auch Aufbruchstimmung. So werden die allermeisten Kämmerer zwar mehr als dreimal im Jahr von Vermögensverwaltern angesprochen. Doch gerade mal die Hälfte der Geldmanager tritt seriös auf. Und drei Viertel der befragten Kämmerer zeigen sich unzufrieden mit der Rendite von meist ein bis drei Prozent jährlich im Mittel der vergangenen drei bis fünf Jahre.

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Die Geldvermehrer der Gemeinden

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Vorrangiges Ziel der Kämmerer: Gelderhalt

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