Vermögensverwaltung
Ein Job zum Gähnen

Lim Tze Chengs Fonds hat mit 51 Prozent Ertrag in diesem Jahr alle seine Konkurrenten in Malaysia in den Schatten gestellt. Der Manager findet seinen Job trotzdem öde. Dafür gibt es einen einfachen Grund.
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New York/Kuala LumpurLim Tze Cheng sagt, für Erfolg muss man einfach nur das Getöse ignorieren. Seine Investmentstrategie: Man müsse nur eine Handvoll vielversprechender Aktien auszuwählen und dann so lange an ihnen festhalten, bis die Kurse steigen. Hat man den ersten Teil geschafft, gelte es, sich nicht vom Tagesereignissen am Aktienmarkt nervös machen zu lassen. Und wenn auch das passt, sollte der Rest des Jobs eigentlich ziemlich öde sein.

„Fondsmanagement ist langweilig“, sagt der Geschäftsführer von Inter-Pacific Asset Management. Sein Kopf ist kahlgeschoren, was ihn wie einen buddhistischen Mönch aussehen lässt. „Sie finden, Sie kaufen - und dann gibt es nichts anderes zu tun, als abzuwarten.“

Die malaysische Vermögensverwalter, der die Hälfte seiner Einkünfte spendet, stellt in diesem Jahr alle Kollegen im Lande in den Schatten. Lim hatte malaysische Aktien aus den Branchen Technologie und verarbeitendes Gewerbe gekauft, bei denen er davon ausgeht, dass die Unternehmen den Gewinn langfristig steigern werden. Er wettete darauf, dass die Rally bei Technologiewerten noch mehrere Jahre anhalten wird. Das half seinen beiden Flaggschiff-Fonds 2017 einen Ertrag zu erzielen, der bei rund sechsmal höher ist als beim Benchmark-Aktienindex.

Das Anlagevolumen von Inter-Pacific hat sich verzehnfacht, seit Lim im Dezember bei der Investmentfirma an Bord gegangen ist. Kontrolliert wird diese von Vincent Tan, einem malaysischen Tycoon und Eigentümer des Cardiff City Football Club.

Inter-Pacific ist noch immer ein Boutique-Investor, der lediglich 50 Millionen Ringgit (9,9 Millionen Euro) verwaltet. Das ist weit weniger als bei der vorherigen Position von Lim als Aktien-Chef bei der 44 Milliarden Ringgit schweren Asset-Management-Gesellschaft von RHB Bank. Das liegt zum Teil daran, dass Inter-Pacific keine Vorab-Gebühren erhebt und die Kosten für die Vermarktung der Fonds selbst schultert, was diese für Vertriebspartner weniger attraktiv macht als von Banken geführte Fonds.

Lim verfolgt einen konzentrierten Ansatz und hält nie mehr als 40 Aktien, wobei die meisten Investments in der Regel mindestens drei Prozent des Portfolios ausmachen. Einige Jahre wird er nach eigenen Angaben keine neuen Unternehmen hinzufügen, falls er keine guten finden kann, und statt dessen stärker auf existierende Anlagen setzen.

Der Inter-Pacific Dynamic Equity Fund, der in Unternehmen investiert, die an der Börse von Malaysia notiert sind - hat 2017 um 46 Prozent zugelegt. Eine Sharia-konforme Version des Fonds kletterte 51 Prozent. Die nächstbeste Entwicklung unter 246 Malaysia-fokussierten Aktienfonds kommt auf einen Ertrag von 26 Prozent, zeigen Daten von Bloomberg.

Die starke Entwicklung ist im Wesentlichen auf Technologieunternehmen zurückzuführen, die 38 Prozent des Anlagevolumens des Dynamic Equity Fund ausmachen. Grundlage für diese Angaben sind Bloomberg-Berechnungen auf Basis des Portfolios mit Stand von Mai. Zu den wichtigsten Investments zählt VisDynamics Holdings Bhd., ein Maschinenhersteller für die Halbleiterindustrie, und Begriff Vtec Bhd., ein Hersteller von Präzisionsteilen für Festplatten und Autos. Beide Aktien gewannen in diesem Jahr mindestens 157 Prozent.

Für Lim hat die Rally, die ein Barometer für malaysische Technologieaktien 2017 um 70 Prozent steigen ließ, noch mindestens zwei Jahre vor sich. Das liege genauso an Autos wie an Telefonen, sagt er. Er verweist auf die Nachfrage nach elektronischen Komponenten, da Fahrzeuge mehr Aufgaben selbstständig übernehmen. „Die weltweit meistverkauften Gegenstände sind keine Handys, sondern Autos und der Wert ist viel höher“, sagt er. „IPhones haben vielleicht ein paar LEDs, aber ein Auto hat viel mehr.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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