Vermögensverwaltung
Mercer-Studie zeigt große Gebührenspannen

Asset-Management-Firmen verlangen für die Portfolioverwaltung bei institutionellen Anlegern sehr unterschiedliche Jahresgebühren. Die im Einzelfall geforderten Gebühren sind allerdings nicht in Stein gemeißelt. Viele Vermögensverwalter lassen in Deutschland eher mit sich verhandeln als früher.

ina FRANKFURT. Asset-Management-Firmen verlangen für die Portfolioverwaltung bei institutionellen Anlegern sehr unterschiedliche Jahresgebühren. Zu diesem Ergebnis kommt eine global angelegte Studie der internationalen Beratungsgesellschaft Mercer Investment Consulting („Fee Survey 2006“). Mercer stützt sich dabei auf Angaben von rund 2 800 in Nordamerika, Europa und Japan ansässigen Investmenthäusern mit 15 000 Portfolios und einem verwalteten Vermögen von etwa 32 Bill. Euro.

Die im Einzelfall geforderten Gebühren sind nicht in Stein gemeißelt. Rund 36 Prozent der Anbieter sind verhandlungsbereit. „Und jeder Dritte bietet auf Wunsch auch erfolgsbezogene Gebühren an“, sagt Herwig Kinzler, Deutschlandchef von Mercer. Insbesondere auf dem hiesigen Markt erkennt er eine Tendenz zu flexibler Preisgestaltung, gemessen an den Ergebnissen einer gleich angelegten Studie vor zwei Jahren.

Aus Sicht eines deutschen institutionellen Investors stuft Mercer beispielsweise die Anlageformen Euroland-Aktien, Globale Aktien und Euro-Renten als interessant und beliebt ein. Laut Studie fordern die befragten Verwalter aus den erwähnten Regionen für Euroland-Aktien bei einer Depotgröße von 100 Mill. Euro meist zwischen 0,25 und 0,64 Prozent an jährlicher Managementgebühr, im Schnitt 0,43 Prozent. Für globale Aktien ergeben sich 0,30 bis 0,75 Prozent bei durchschnittlichen 0,58 Prozent. Euro-Staatsanleihen kommen auf geringere Spannen von 0,16 bis 0,25 Prozent und einen Schnitt von 0,21 Prozent.

Als teuerste Vermögensform erkennt Mercer Emerging Markets und Nebenwerte mit durchschnittlichen Jahressätzen von 0,8 bis 1,0 Prozent. Am billigsten sind die Depots mit Staatsanleihen aus den Industrieländern mit Vergütungen von 0,20 bis 0,35 Prozent pro Jahr.

Große Unterschiede gibt es auch bei den Investmentansätzen. Für Aktien-Indexmandate verlangen die Anbieter im Schnitt 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte weniger als für aktive Portfolios, bei denen die Manager durch Über- bzw. Untergewichtungen von Einzelwerten, Branchen oder Ländern ihre Vergleichsmesslatte zu schlagen versuchen. „Diese Manager müssen demnach erst einmal einen Ertrag in Höhe dieser Differenz erwirtschaften, um für den Investor den Renditenachteil aufzuholen“, sagt Kinzler. Im Anleihegeschäft sind die passiven Ansätze 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte preiswerter als die aktiven.

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