Vermögenswirksame Leistungen

So nutzen Sie das Extra-Geld vom Chef

Geschenke bekommt doch jeder gerne. Wie wäre es mit monatlich bis zu 40 Euro? Die bekommen viele Arbeitnehmer vom Chef, wenn sie einen VL-Sparplan einrichten. Zwei Varianten sind besonders lukrativ.
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Die vermögenswirksamen Leistungen zu beantragen, ist der erste Schritt. Dann müssen sie gut angelegt werden. Quelle: Imago
Auf die Pflege kommt es an

Die vermögenswirksamen Leistungen zu beantragen, ist der erste Schritt. Dann müssen sie gut angelegt werden.

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DüsseldorfDie Steuererklärung abgeben, den Stromanbieter wechseln und vermögenswirksame Leistungen beantragen – haben Sie auch eine solche To-Do-Liste rund um Ihre Finanzen? Eigentlich müsste man ja mal... Schließlich geht es darum, bares Geld zu sparen oder die Einkünfte zu erhöhen – ohne dafür mehr zu arbeiten. Bei den vermögenswirksamen Leistungen (VL) ist der Aufwand besonders gering und je nach Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung winken dem Arbeitnehmer monatlich zwischen 6,65 und 40 Euro und Geringverdiener können zudem noch eine Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat bekommen.

Wie das funktioniert, ist im Fünften Vermögensbildungsgesetz geregelt. Das politische Ziel dabei: Wohlstand schaffen. Doch durch die VL alleine wird noch niemand reich. Den Verbesserungsbedarf hat kürzlich auch Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon betont. Zwar würden bereits 16 Millionen Menschen das Angebot nutzen, aber „der seit Jahren eingefrorene Förderumfang müsste dringend einmal der heutigen Situation angepasst werden“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Bisher wird nur eine Sparleistung von maximal 470 Euro gefördert – und die bekommen nur Geringverdiener mit einem zu versteuernden Einkommen von höchstens 17.900 Euro. Fahrenschon plädiert dafür, die Fördersumme anzuheben. Im Bundesfinanzministerium gibt es nach Auskunft eines Sprechers allerdings „derzeit keine Pläne, die Sparzulage zu erhöhen“ oder sie für höhere Einkommen zu gewähren.

Viele Arbeitnehmer müssen also mit dem Zuschuss des Arbeitgebers Vorlieb nehmen. Wer sich dieses Geld nicht länger entgehen lassen möchte, sollte sich zuerst bei der Personalabteilung oder dem Betriebsrat nach der Höhe der VL erkundigen. Der nächste Schritt ist der Abschluss eines VL-Vertrags. Anschließend muss dem Arbeitgeber eine Bescheinigung vorgelegt werden. Dieser zahlt den Zuschuss dann im Rahmen der monatlichen Abrechnung automatisch in den Vertrag ein. Einen Haken gibt es jedoch: Obwohl die Zahlung des Chefs nicht auf dem Gehaltskonto landet, behandelt das Finanzamt sie wie ein Gehaltsplus. Es werden also Steuern und Sozialabgaben fällig.


Wenn der Zuschuss vom Chef gering ausfällt, können Arbeitnehmer die monatliche Sparrate mit eigenen Mitteln erhöhen. Das kann sich besonders für jene lohnen, die Anspruch auf die staatliche Zulage haben. In der Regel wird sechs Jahre lang in den VL-Vertrag eingezahlt. Danach ist ein Jahr Ruhezeit, doch in dieser Phase kann der Arbeitnehmer bereits den nächsten Vertrag abschließen.

Viele Arbeitnehmer können frei entscheiden, welche Art von VL-Vertrag sie nutzen möchten. „Es gibt allerdings einen Trend, die Wahlfreiheit der Arbeitnehmer zu beschneiden“, hat Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beobachtet. So müssen etwa die Arbeitnehmer der Metall- und Elektrobranche ihre VL in betriebliche Altersvorsorge oder einen Riester-Vertrag stecken. Auch die Tarifvertragsparteien der Chemieindustrie haben sich darauf geeinigt, die VL nur noch für Altersvorsorgezwecke zu bezahlen.


Wer die Wahl hat, kann sich zwischen Aktienfonds-Sparplänen, Bank-Sparplänen, der Tilgung eines Immobilienkredits, Bausparen mit oder ohne Kredit, Genossenschaftssparen, betrieblicher Altersvorsorge und der Einzahlung in eine Lebensversicherung entscheiden. „Für Arbeitnehmer, die bereits einen Immobilienkredit haben, kann es sich lohnen, die VL für die Tilgung zu nutzen“, sagt Nauhauser. „Schließlich gilt: Je schneller man den Kredit abbezahlt hat, desto geringer fallen unterm Strich die gezahlten Zinsen aus.“

Geringverdiener bekommen staatlichen Zuschuss
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7 Kommentare zu "Vermögenswirksame Leistungen: So nutzen Sie das Extra-Geld vom Chef"

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  • Sollten Sie als freiwillig Versicherter vor 2004 eine Direktversicherung abgeschlossen haben, kommen Sie nun bei Fälligkeit durch die 2004 verabschiedete Gesetzesänderung in den Genuß, vollen GKV-Beitrag zu zahlen. Soviel zum Bestandsschutz.

  • Einfach mal alles vermengt, was einem einfällt nur um es wie Brei an die Fassade zu klatschen?
    GKV fällt auch bei den anderen Formen aufgrund der Verrechnung übers Brutto-Gehalt statt.
    Und die nachgelagerte Besteuerung ist DEUTLICH günstiger als die vorgelagerte Besteuerung zzgl. Abgeltungssteuer auf die Gewinne.
    Das mit den Kosten für Insolvenzverwalter verstehen wahrscheinlich nur Sie. Wenn eine Firma pleite geht, haben Sie bei Aktien noch wie viel? Lassen Sie mich mal rechnen: Null. Sollte ihr AG pleite gehen und solche Kosten wirklich umgelagert werden, wie viel % an Verlust bedeutet das für jeden der Sparer? 1% oder vielleicht sogar 2%?
    Und mit der Regierung: Dummfug. Seit wann gilt nicht mehr der Bestandsschutz? Bitte klären Sie mich auf!

  • Einfach ein Festgehalt zahlen lassen ohne und wenn und aber, frei verfügbar, sonst nichts. Was sollen all diese kleinkarierten Spielchen.

    Und noch etwas: Die Einkommensteuer muss abgeschafft werden (für Unwissende: Das umfasst auch die Lohnsteuer, denn die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer.)

  • Schon mal was von nachgelagerter Besteuerung, von vollem Beitrag zur GKV auf Altervorsogen, von Kosten für den Insolvenzverwalter, wenn der die Altervorsorge abwickelt, weil der PSVaG sich nicht zuständig fühlt? Sicher vor Zugriff seitens Dritter ist nur das Geld, über das man selbst verfügen kann. Schließlich läßt sich jede Regierung schamlos immer Neues einfallen, wie Sie dem kleinen Mann das Geld aus der Tasche zieht.

  • Achso, natürlich sind auch Aktiensparpläne nicht sinnvoll. Zum einen bei ATHs zu investieren ist dann doch etwas Blauäugig. Aber das ist nicht der Hauptgrund: Die Aktien müssten erst einmal um 100% steigen um den Steuer- und Abgabenverlust wieder rein zu holen den man bei einer bAV nicht hat. Auch sieht es mit der Versteuerung von den Gewinnen ganz anders aus, diese werden in der bAV weit günstiger im Rentenalter behandelt, wie bei Aktienanlagen mit voll anfallender Abgeltungssteuer. Die Aktienfonds ist die berühmte Taube auf dem Dach. Da habe ich doch sehr gerne den Spatz in der Hand.

  • Ganz schlecht recherchierter Artikel. Man bekommt eben nicht 40 Euro geschenkt. Es geht aufs Brutto oben drauf. Der Staat kassiert dann Steuern und Sozialversicherung und der Arbeitnehmer, da am ende 40 Euro netto weggehen, hat dann ca. 20 Euro weniger in der Tasche. Der Arbeitnehmer subventioniert somit diese VL-Sparpläne mit rd. 50% der Summe. Daher sollte man immer überlegen ob man nicht die ganze Sache anders aufzieht und wenns eh fürs Alter ist, diese über einen Pensionsfonds/etc. (§3.63 EStG) regelt. Der Arbeitnehmer verzichtet einfach auf die VL schriftlich per Vereinbarung. Dafür überweist der Arbeitgeber die 40 Euro nicht in einen solchen Murksvertrag sondern direkt in die bAV nach 3.63 EStG. Es kommen dann die VOLLEN 40 Euro an, der Arbeitnehmer muss nichts dazu legen. An das Geld kommt er dann zur Rente dran und zwar auf einen Schlag, er muss es nicht wie bei Riester & co. verrenten lassen. Wer eine Riester als VL-Sparen macht, der hat den Knall nicht gehört. Völliger Blödsinn. Und die AG sind in der Regel dem Thema sehr aufgeschlossen. Erst recht die Metaller. Diese haben nicht umsonst in der bAV mit der Metall-Rente eine sogar eigene Versorgungskasse mit genau solchem Zweck! Das hätte man in einem gut recherchierten Artikel erwähnen können und auch müssen.

  • Ganz schlecht recherchierter Artikel.

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