Verunsicherung über überhitzte chinesische Wirtschaft
In Fernost auf günstige Einstiegskurse warten

Die Kurse von Standardaktien in Hongkong sind seit Mitte Februar um rund 15 Prozent abgerutscht. Experten raten zu langfristigen Investments.

FRANKFURT/M. Getreu der fernöstlichen Tugend sollten sich Anleger mit Blick auf Asiens Märkte in Geduld üben. Zwar sind die Kurse von Standardaktien an der wichtigsten chinesischen Aktienbörse in Hongkong im Zuge der Verunsicherung über die überhitzte chinesische Wirtschaft seit Mitte Februar bereits rund 15 Prozent abgerutscht. Doch noch ist für Experten nicht absehbar, wie stark die Wirtschaft zum Beispiel durch verordnete Investitionsstopps bei Stahlherstellern oder die Drosselung der Kreditvergabe abgebremst wird und wie sehr Nachbarstaaten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Fondsmanagerin Lan Wang Simond von der Schweizer Bank Pictet stellt sich am chinesischen Aktienmarkt daher auf „noch mehr“ ein. „Ein weiterer Kursrutsch von vielleicht sogar bis 25 Prozent in den kommenden Monaten würde mich nicht überraschen“, sagt die Chinesin. Vor dem Spätsommer gebe es keine Neuigkeiten darüber, ob Peking das Wachstum eindämmen könne. Und Kurzfrist-Anleger verkauften weiter.

Auch Kollegin Anna Ho vom skandinavischen Anbieter Carlson erwartet, dass die Kurskorrektur kurzfristig anhält. Allerdings seien von den Regierungsmaßnahmen nur wenige Branchen wie Aluminium, Stahl, Zement und Bau betroffen. Ho rechnet zudem nicht mit gravierenden Zinserhöhungen im Land. Ihr Fazit: „Ein Softlanding der chinesischen Wirtschaft gelingt.“ Investmentguru Marc Faber sieht ebenfalls nur kurzfristige Risiken in China. „US-Zinssteigerungen könnten in eine Rezession münden, die – eventuell zusammen mit einer möglichen Abschwächung des hohen chinesischen Wirtschaftswachstums – auch die asiatischen Börsen nach unten ziehen würde“, sagt der Vermögensverwalter.

Mutige Anleger könnten aber in China bleiben, meint Klaus Martini, Chef des globalen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank. Denn anders als in früheren Korrekturphasen seien die Rahmenbedingungen stabiler und Peking greife früher ein. Im übrigen sei das spekulative Geld bereits aus dem Markt heraus. Martini hatte den Asienanteil (ohne Japan) in den Musterportfolios seines Hauses zum Jahresende einige Prozentpunkte auf vier bis zehn Prozent (je nach Risikoneigung der Anleger) gesenkt, danach aber nichts mehr verändert. Denn, darin sind sich alle Experten einig, langfristig dürfte die aufstrebende Region mit ihrem hohen Anteil junger Menschen an der Bevölkerung stärker zulegen als die westliche Welt. „Langfristig muss man in Asien investiert sein“, sagt Martini. Als Basisinvestment rät er Anlegern wie viele andere Experten zu Fonds.

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