Viele Dax-Werte profitieren von der Dollarschwäche – Die konjunkturelle Erholung kompensiert die Wechselkurseffekte
Der starke Euro kennt nicht nur Verlierer

Der Höhenflug des Euros scheint derzeit keine Grenzen zu kennen. Immer lauter werden daher die Stimmen, die Anlegern zur Vorsicht raten. Denn obwohl der Aktienmarkt sich bislang so gut wie unbeeindruckt zeigte, ist die Angst vor einem zu starken Euro allgegenwärtig. Dabei meinen einige Experten, der Einfluss der Wechsel- auf die Aktienkurse sei nur gering. Außerdem können einige Werte von einem schwachen Dollar sogar profitieren.

DÜSSELDORF. "Ein starker Euro ist generell eine Gefahr für den Aktienmarkt", sagt Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg, und bestätigt damit die Meinung der meisten Analysten. Eine Aussage, die für die deutsche Wirtschaft, die erst kürzlich nach gut elf Jahren wieder zum Exportweltmeister aufstieg, derzeit nichts Gutes verspricht. Denn die Ausfuhren gelten weiterhin als das Rückgrat des konjunkturellen Aufschwungs. Doch noch trotzt der Dax dem prognostizierten Trend. Obwohl der Euro seit Jahresbeginn im Vergleich zum Dollar 20 Prozent gewann und nun deutlich über 1,20 Dollar notiert, legten die Standardwerte um knapp 25 Prozent zu. "Die Wechselkurse spielen für die Aktien nur eine untergeordnete Rolle. Das will nur kaum jemand glauben", sagt Gertrud Traud von der Bankgesellschaft Berlin. Viel entscheidender sei die Belebung der Weltwirtschaft und die damit verbundene steigende Nachfrage, so die Aktienmarktstrategin.

"Eine generelle Furcht ist absolut unbegründet", meint Traud. Komplette Branchen nur wegen der derzeitigen Währungskurse herabzustufen sei einfach falsch. Auch wenn die meisten ihrer Kollegen diese Meinung nicht teilen, sind zumindest einzelne Werte gut gegen einen starken Euro abgesichert. Als bestes Beispiel gelten mal wieder die Automobilwerte. Während bei Volkswagen allein die Währungseffekte das Jahresergebnis mit über 1 Mrd. Euro belasten werden, stehen andere Konzerne gar nicht so schlecht dar. Porsche hat sich langfristig gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. BMW und Daimler Chrysler - produzieren ihre PKW für den amerikanischen Markt bereits teilweise direkt vor Ort. Und einer Studie zufolge soll trotzdem die Anzahl der in die USA verschifften Wagen mit 610 000 in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreichen.

Auch Chemiewerte wie BASF oder Bayer zeigen sich derzeit gegen die Euro-Stärke relativ gut gewappnet. Denn die meisten Rohstoffe werden in Dollar gehandelt und sind somit für Europäer günstig. "Da gleichzeitig die Nachfrage in den USA und Asien steigt, sind auch die Werksauslastungen höher", sagt Frank von Collani, Analyst bei der Berenberg Bank. Daher müssten sich die Produzenten keinem weiteren Preiskampf unterwerfen und die Vergünstigungen nicht direkt an die Kunden weitergeben.

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