Viele Einzelhändler haben in Deutschland schlechte Karten
Die Konsumenten gehen aus

Alle ahnen es, aber viele verschließen ihre Augen: Dass die deutsche Bevölkerung altert und schrumpft, wird für Unternehmen zum Problem. Denn wenn es weniger Menschen gibt, kaufen auch weniger ein. Davon sind vor allem der Handel und die Konsumgüter-Industrie betroffen. Doch vor allem viele mittelständischen Einzelhändler haben sich auf den grundlegenden Wandel nach Expertenansicht noch nicht vorbereitet.

HB DÜSSELDORF. Große Konzerne sind da schon weiter. Sie gehen dahin, wo Wirtschaft und Bevölkerung noch wachsen: nach Asien und Amerika. Die Aktien solcher Unternehmen halten Analysten für aussichtsreich – auch wenn die Konsumflaute hierzulande anhalten sollte.

Das Problem: Es sterben mehr Menschen als geboren werden. Etwa ab 2020 geht die Bevölkerungszahl in der Europäischen Union zurück, die in Deutschland schon ab 2015, wie das Statistikamt Eurostat schätzt. Das Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und demographischer Wandel nimmt an, dass deshalb der Konsum in Deutschland künftig kaum noch wächst und ab 2020 nachlässt.

Die Alterung wirkt jedoch schon heute auf die Nachfrage: „Spätestens seit den Rentenreformen wissen die Konsumenten, dass sie privat vorsorgen müssen“, sagt Hypo-Vereinsbank-Analyst Volker Bosse. Die Folge: Die Menschen halten sich beim Einkaufen zurück.

Bessere Absatzchancen haben Unternehmen etwa in Asien – aber selbst dort nicht überall. Wo der wirtschaftliche Aufschwung früher gekommen ist, sinken auch die Geburtenraten früher. Darum betrachtet die Deutsche Bank nicht die alten asiatischen Tigerstaaten als „Wachstumszentren 2020“, sondern Indien und Malaysia. Nur China könne bis 2020 der trotz der Ein-Kind-Politik Schritt halten, weil der Wandel vom Kommunismus zum Kapitalismus andauern werde.

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