VÖB-Prognosen
Bank-Volkswirte trauen dem Dax wenig zu

Der Dax wird seine monatelange Seitwärtsbewegung in diesem Jahr nicht mehr verlassen können. Das erwarten jedenfalls die Volkswirte des Verbandes Öffentlicher Banken (VÖB). Die in dem Verband zusammengeschlossenen Institute sehen den Leitindex zum Jahresende bei 6400 Punkten, einige Mitgliedsinstitute erwarten sogar deutlich fallende Kurse.
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HB FRANKFURT. Volkswirte sehen für den Dax bis zum Jahresende kaum noch Luft nach oben. Die schleppende Erholung der US-Wirtschaft und die hohe Verschuldung in Europa dürften den deutschen Leitindex auch in den kommenden Monaten ausbremsen, erklärten die Experten des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB) bei der Veröffentlichung ihrer Herbst-Prognose. Bis Ende Dezember erwarteten sie einen Anstieg des Dax auf maximal 6400 Punkte - am Donnerstagnachmittag notierte der Leitindex bei rund 6150 Zählern. Einige Experten der öffentlichen Banken sehen den Dax-Schlussstand sogar deutlich unterhalb der 6000-Punkte-Marke.

Negatives Überraschungspotenzial macht Helaba-Analyst Markus Reinwand vor allem in den Gewinnerwartungen der Unternehmen aus. Die hohen Ziele könnten angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung mittelfristig noch einmal heruntergeschraubt werden, sagte er. Der Volkswirt sieht den Dax bis Ende des Jahres nur bei 5.700, bis März 2011 sogar nur bei 5400 Punkten.

Die WestLB rechnet damit, dass die Ausblicke der Unternehmen bereits zum dritten Quartal etwas gedämpfter ausfallen dürften. Eine markante Wachstumsverlangsamung in USA und China hätte vor allem für den deutschen Maschinen- und Fahrzeugbau gravierende Auswirkungen, erklärten die Experten. Auch im Bankensektor bleibe die Prognoseunsicherheit aufgrund der verschärften Regulierungsvorschriften (Basel III) hoch.

Unterstützung sehen die Volkswirte in den Andeutungen der US-Notenbank Fed, ihre Geldpolitik erneut lockern zu wollen. "Damit sollte die Liquidität in den Märkten auch in den kommenden Monaten hoch bleiben und zusätzlicher Druck von den Aktienmärkten genommen werden", sagten die Volkswirte. Die zuversichtlichsten Volkswirte des VÖB sehen den Leitindex bis März kommenden Jahres bei 6600 Punkten.

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  • Wer hört denn noch auf das Geschwätz der "Experten" oder "Analysten? Sie alle haben ihr eigenes Wohl im Auge und reden die börse runter, wenn sie gewinnen wollen oder sie reden sie rauf, wenn sie ebenfalls gewinnen wollen. Ein Analyst ist weder ein Messias noch ein Menschenfreund, sondern ein eigensüchtiger, nur an seinen Mammon denkender Typ. Sie verschwenden keinen Augenblick an den Anleger.
    ich habe in diesem jahr ein Plus von 27 Prozent mit meinem Aktiendepot gemacht. Das freut mich sehr und ich erwarte bis Jahresende einen DAX bei 6800 bis 6900.
    Also: Selber Gehirn anstrengen und seiner eigenen Strategie nachgehen. Ohne Glaskugel!

  • Donnerwetter - haben`s was bemerkt? Oder ist es nur an der Zeit, mal die Meinung zu ändern?
    Das belanglose intermezzo der letzten etwa zwölf Monate ließ sich zwar mit der nötigen Portion ignoranz fälschlich zum Start zu den Sternen aufblasen, hinderte die Realitäten jedoch nicht daran, sich durchzusetzen. Zu früh plazierte Short-Engagements mußten revolvierend kurz gefaßt, aufgelöst oder durchgestanden werden, um nun (erneut) Früchte tragen zu können. Das Gerede von Analysten darf eigenes Denken nicht stören oder gar ersetzen, sofern etwas übrig bleiben soll.

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