VW, K+S, RWE und Eon
„Da sind ein paar Schwarze Schwäne unterwegs“

Der Dax ist technisch noch immer angeschlagen und Vermögensverwalter befürchten, dass das Schlimmste nicht überstanden ist. Vor allem weil einige einstige Vorzeigeunternehmen massiv unter die Räder gekommen sind.
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DüsseldorfDer VW-Skandal, die geplatzte K+S-Übernahme, die immer neuen Hiobsbotschaften für die Versorger RWE und Eon – hinter Börsianern liegen turbulente Börsenwochen. Vor allem Dax-Anleger brauchten starke Nerven. Auch wenn sich der Dax von seinem Jahrestief bei 9325 Punkten wieder erholt hat, und die Börsenwelt längst nicht mehr so düster aussieht wie noch in der vergangenen Woche, ist die Gefahr keinesfalls gebannt.

In den vergangenen beiden Handelstagen hat der deutsche Leitindex immer wieder die magische Marke von 10.000 Punkten überwunden, nachhaltig geknackt hat er sie bisher nicht. Noch immer notiert er tiefer, ist von seinem Allzeithoch bei gut 12.400 Punkte Mitte April meilenweit entfernt. Technisch habe der Dax mit dem Unterschreiten der 10.000-Punkte-Marke deutlich eingebüßt, gibt Karl-Heinz Geier zu bedenken. „Es könnte deshalb sein, dass wir kurzfristig schon nochmals etwas abtauchen“, sagt der Experte der SVA Vermögensverwaltung Stuttgart. „Aber spätestens in einer Region von circa 9000 sind das für uns klare Kaufgelegenheiten.“

Mit diesem recht trüben Ausblick für die kommenden Wochen steht er nicht alleine da. Uwe Brettschneider von der Vermögensverwaltung Mademann & Kollegen sieht das maximale Risiko bei etwa 8600 Punkten. Dirk Fahrmeyer von SX Capital hält sogar einen Test der Marge von 8.500 Punkten noch für möglich. Die drei Vermögensverwalter messen sich beim Depot-Contest der Münchener DAB-Bank.

Mit einem Crash rechnen die Experten aber nicht. Das viele Geld im Markt und der weiterhin nicht vorhandene Zins werde den Dax stabilisieren, ist Geiger überzeugt. Die jüngsten Turbulenzen überraschten selbst Anlageprofis. „Der Dax hat in diesem Jahr eine exorbitante Volatilität gezeigt“, sagt Geiger. Es sei deshalb noch nicht mit absoluter Sicherheit abzuschätzen, wohin die Reise geht. „Wir sehen das bisher noch immer als gesunde Korrektur nach dem schnellen Anstieg im ersten Halbjahr auf die 12.000 Punkte.“

Wird 2015 also ein schlechtes Aktienjahr? Die Experten bezweifeln das. Überhaupt: Pauschal lasse sich das sowieso nicht beantworten, sagt Uwe Brettschneider von Mademann & Kollegen. Schließlich hänge es davon ab, wie Anleger investiert seien. „Während der Dax in diesem Jahr im Minus notiert, sehen andere deutsche Indices bisher besser aus“, sagt der Vermögensverwalter. „Ob MDax oder TechDax, beide Indices notieren immer noch im Plus.“

Internationale Indices wiederum würden jedoch zu größten Teilen deutlich schwächer als zu Jahresbeginn notieren. „Aktienanleger müssen auf längere Sicht denken, dabei ist der Stand zum Jahresende uninteressant“, sagt Brettschneider. „Wichtiger ist die Frage der Qualität der Investments.“ Das gelte für einzelne Aktien genauso wie für Fonds oder ETFs. Für den Dax erwarten wir für die nächsten Monate Kurse zwischen 10.000 und 10500 Punkten. Damit wäre der Dax immer noch weit von seinem Allzeithoch entfernt. Vor allem das abgelaufene Quartal verhagelte die zuvor noch ganz ordentliche Bilanz.

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  • Was soll eigentlich der ganze Quatsch mit den Versorgern in diesem Bericht. Über Jahrzehnte hat sich die Regierung mit Steuereinnahmen und vielem mehr an den Versorgungsunternehmen wie E.ON und RWE bereichert. Und jetzt wo sie sich an der Entsorgung der Altlasten beteiligen soll, da machen sie alle einen großen Bogen um diese Unternehmen und wollen nichts mehr davon wissen. Unsere Politiker sorgen vielmehr dafür, dass die eigenen Taschen immer voller werden und sie reden von EU-Erweiterung und sonstigem Quatsch außerhalb von Deutschland, als das sie sich um die Belange und Nöte der eigenen Bevölkerung kümmern.
    WIR SIND DAS VOLK nicht die EU

  • Frau Bollmohr,
    dieser Artikel ist schon fast einen Monat alt.
    Wer die Entwicklung bei den Ernbeuerbaren verfolgt hat, der weiss schon lange, dass Versorger und Stadtwerke auf den geplanten Kollaps zusteuern.
    KeIn Versorger kann mehr Gewinn machen, wenn vom Verbraucher teuer subventionierter Ökostrom die Preise an der Strombörse gegen NULL fallen lässt.

    Die Energiewendekrise ist genauso wie die Eurokrise und die jetzige Flüchtlingskrise einzig und alleine merkelsche Sabotagepolitik am eigenen Land. Wie soll ein Industrieland weiter bestehen, wenn es seiner Energiebasis beraubt wurde?

  • Ausschnitt aus der heutigen "What's right" Kolumne zu RWE und eon:

    "Wer aber soll in Zukunft die milliardenschweren Investitionen in eine moderne Energieversorgung noch schultern? Wer gewährleistet eigentlich eine stabile Energieversorgung? Wo sammelt sich Kapital und Know-How, damit Deutschland im internationalen Energie-Wettbewerb überhaupt noch handlungsfähig ist?"

    Alles gute Fragen, deren Beantwortung durch die für die Energiepolitik Verantwortlichen viele Menschen sicher SEHR interessieren würde.

    Weshalb sie dringend mal von jemandem, der Kraft seines Amtes die nötige Autorität hat, den Politikern eine KONKRETE ANTWORT darauf aus dem Kreuze zu leiern - also einem (Fach-)Journalistem oder einem journalistisch begabten Experten auf dem Gebiet der Energieversorgung - oder alle(s) zusammen - gestellt werden sollte.

    Unsereins (der "normale" Bürger) kann darauf ja leider nicht hoffen.

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