VW-Skandal
Autozulieferer-Titel im Rausch der Tiefe

Mit dem massiven Verlust der Volkswagen-Aktie rauschten auch die Kurse der Zulieferer in den Keller. Werden die Titel einfach in Sippenhaft genommen? Das deutliche Minus dieser Papiere hat meist andere Gründe.

DüsseldorfAktionärsschützer schlagen nach dem Wolfsburger Dieselgate nicht nur wegen des Kurverfalls der VW-Aktie Alarm. Man müsse auch die Rolle der großen Automobilzulieferer betrachten, warnte Ulrich Hocker, Präsident der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) im Gespräch mit der Zeitung Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. „Die großen Autokonzerne werden doch von den gleichen großen Zulieferern bedient“, betonte er. Man könne deren Verwicklung „nicht ausschließen“.

Auch der Präsident des bayerischen Finanzzentrums in München, Wolfgang Gerke, befürchtet durch die VW-Krise erhebliche Nachteile für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. „VW gefährdet die gesamte deutsche Konjunktur. Die Automobilindustrie ist für Deutschland ein Klumpenrisiko, wenn man die Zuliefererindustrie miteinbezieht“, sagte Gerke dem Handelsblatt.

Diese Einschätzungen dürften sich auch nach dem Rücktritt von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn nicht ändern. Der Vorstandsvorsitzende zog die Konsequenzen aus der Abgasaffäre. In einer persönlichen Mitteilung kündigte er seinen Rücktritt an und sagt trotzdem: „Volkswagen war, ist und bleibt mein Leben“.

Ein Blick auf die Aktienkurse der Automobilzulieferer lässt vermuten, dass diese Wertpapiere in Sippenhaft für den VW-Skandal genommen werden. Die Vorzugsaktie des Wolfsburger Konzerns fiel in den vergangenen Tagen um mehr als 35 Prozent. Auch die Wertpapiere von einigen Automobilzulieferern mussten ein Minus in zweistelliger Höhe hinnehmen. Doch in den meisten Fällen haben diese Kursverluste andere Gründe.

So fiel der Kurs des schwäbischen Autozulieferers Elringklinger am Montag (21.9.), dem ersten Handelstag nach Bekanntwerden des Dieselgates, ähnlich wie das VW-Papier um 19 Prozent. Dieses Unternehmen zählt zu den größeren VW-Lieferanten.

Doch das hatte andere Ursachen. Der Zulieferer hatte vorher seine Gewinnziele gekappt - zum zweiten Mal binnen weniger Monate. Mit einer kuriosen Begründung: Wegen der hohen Auslastung werden Sonderschichten gefahren. Das verursacht so hohe Zusatzkosten. Das Unternehmen leidet also unter zu viel Arbeit.

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Continental-Aktie nur mit geringen Verlusten

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